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Rodgau Standort für Hospiz steht fest

In der Siedlung Rollwald wird das Hospiz einen Platz finden. Die Stadt verkauft dafür ein Grundstück für 9000 Euro. Alles in allem könnten sich die Kosten auf eine halbe Million Euro summieren. Es wird daher auf Förderer gesetzt.

Im Grunde genommen freut sich die Hospiz-Stiftung Rotary Rodgau, dass die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen haben, ein städtisches Grundstück in der Siedlung Rollwald für den Bau eines Hospizes zu verkaufen. Schließlich kostet der Quadratmeter erschlossenes Bauland in Rodgau 400 Euro, und bei 3000 Quadratmetern würde der Grunderwerb mit 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Laut Parlamentsbeschluss sollen die Rotarier nun 9000 Euro für das Areal berappen. Doch „nicht jede Erbschaft ist ein Geschenk“, sagt Lothar Mark, Mitglied im Kuratorium der Hospiz-Stiftung – und macht mögliche Neider sofort mundtot: „Wir müssen dort noch bis zu 300 000 Euro investieren, bis wir bauen können.“

Für die Rotarier ist mit dem Kaufangebot für den Hospiz-Standort der dritte Meilenstein erreicht – nach der Gründung der Stiftung und der Zusage der Mission Leben, die Einrichtung zu betreiben. „Wir haben jetzt einen Anker und können jetzt anlanden“, sagt Mark.

Das Areal in Rollwald war in den 70er-Jahren für den Bau einer Schule vorgesehen. Dieser Plan wurde allerdings nie verwirklicht. Im Laufe der Jahre wuchs das Grundstück mit Bäumen zu. Rodungsarbeiten sind also vonnöten, wenn die Rotarier dort bauen wollen. Damit nicht genug: Die 3000 Quadratmeter sind nicht erschlossen.

Noch viele Klinken putzen

„Wir müssen dort noch Tiefbauarbeiten leisten“, sagt Mark. Auf rund 120 Metern bis hin zur Neckarstraße sei die Asphaltdecke zu öffnen, um dort Telefon, Kabel, Wasser, Kanal, Gas- und Elektroleitungen zu verlegen. Vorher müssten Naturschutzbehörde und Bauämter noch ihre Stellungnahme abgeben. Da das Areal ein Waldgrundstück ist, sei wahrscheinlich auch ein naturschutzrechtlicher Ausgleich zu schaffen. „Wir werden ein Ackergrundstück stellen und bepflanzen müssen“, sagt Mark.

Erst wenn alle Genehmigungen vorliegen, werde die Stiftung das Grundstück kaufen. Der Vorstand müsse darüber entscheiden. Mark spricht von einem „konditionierten Erwerbsangebot“ der Stadt. Die Stiftung müsse „noch viele Klinken putzen“.

Alles in allem könnten sich die Kosten auf eine halbe Million Euro summieren, sagt das Mitglied im Stiftungskuratorium. Er hofft deshalb, dass sich Förderer finden. Unternehmen, die vom Gemeinwohl leben – „wie etwa ein Wasserwerk, die Telekom oder die Stadtwerke“ – könnten die Hospiz-Stiftung bei der Erschließung unterstützen, denkt er laut nach. Auch einen Tiefbauunternehmer dürfe man „ruhig mal an der Ehre packen“. Und die Stiftung Flughafen Frankfurt könnte beispielsweise Bäume für das Ausgleichsgrundstück stiften.

Laut Mark hatten die Rotarier noch zwei andere Grundstücke im Visier, aber auch da gab es „Haken und Ösen“. Die jetzt angebotene städtische Fläche in Rollwald sei „eine der ersten Optionen“ gewesen, die die Stiftung ins Auge gefasst hatte, weil das ambulante Palliativ- und Hospizteam der Johanniter in Sichtweite des Grundstücks beheimatet ist. Damals dachten die Rotarier, dass die Johanniter als Betreiber des Hospizes in Frage kommen. Dann fand man aber in der Mission Leben Darmstadt einen Partner.

Der Beschluss des Stadtparlaments zum Verkauf des Grundstücks in Rollwald fiel zwar einstimmig, aber nicht ohne Diskussionen. Die CDU-Fraktion hatte einen Änderungsantrag zur Magistratsvorlage gestellt, das Gelände nicht für drei Euro pro Quadratmeter zu verkaufen, sondern für einen symbolischen Euro abzugeben. Er scheiterte aber an den Stimmen der Linken und der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern. „Wir verwalten städtisches Vermögen, und es wäre kein gutes Signal, das Grundstück quasi zu verschenken“, begründete Winno Sahm (Grüne).

Die Kommune muss nun dafür sorgen, dass die Rotarier innerhalb von zwei Jahren Baurecht haben. So lange hat die Stiftung auch Zeit, das Kaufangebot der Stadt anzunehmen.

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