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Rodgau Neue Kirche für Rollwald

Neubauten von Kirchen sind heutzutage eine große Seltenheit - trotzdem erhält die Matthiasgemeinde einen Ersatz für die maroden Pavillons. Auch künftig hat die Gemeinde somit zwei Gotteshäuser.

15.01.2010 00:01
Maurice Farrouh
Die Pavillons von Heilig Kreuz an der Nahestraße in Rollwald, Anfang der 70er Jahre auf einem früheren Lastwagenparkplatz errichtet, sind heruntergekommen. An ihrer Stelle soll jetzt ein Kirchensaal mit 100 Sitzplätzen entstehen, angrenzend ein zweiter, kleinerer Saal. Foto: Renate Hoyer

Katholiken in Rollwald können auch in Zukunft in ihrer Siedlung in die Kirche gehen. Das Bistum Mainz hat grünes Licht für Abriss und Neubau der maroden Heilig-Kreuz-Kirche gegeben. Das ist nicht selbstverständlich: Nur einige hundert Meter weiter steht in Nieder-Roden die prächtige Kirche Sankt Matthias, die zur selben Gemeinde gehört.

"Wir sind sehr froh, dass wir mit Hilfe des Bistums eine neue Kirche in Rollwald bauen können", sagt Gemeindepfarrer Peter Eckstein. Denn auch wenn die Matthiaskirche - ein mächtiger Bau, der Turm aus dem 13. Jahrhundert - nicht weit entfernt sei, werde ein eigenes Gotteshaus in Rollwald dringend benötigt.

"Wir haben im Verwaltungsrat durchaus diskutiert, den Standort aufzugeben und die Gemeindemitglieder nach Sankt Matthias zu schicken", sagt der Pfarrer. Beide Kirchen liegen nur eine S-Bahnstation voneinander entfernt.

Gläubige wollen zwei Kirchen

"Wir haben uns aber aus sozialen und seelsorgerischen Gründen dagegen entschieden", so Eckstein. In den vergangenen Jahren hätten sich immer mehr Geschäfte und Institutionen aus der Siedlung, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des früheren Nazi-Lagers Rollwald entstand, zurückgezogen.

"Die Bürger, darunter viele Heimatvertriebene, haben sich damals mit viel Engagement für eine eigene Kirche eingesetzt. Sie ist ein Stück Identifikation und Heimat für sie", so Eckstein. Die Gottesdienste in der Siedlung seien immer voll: 70 bis 100 Gläubige kämen sonntags zur Predigt.

Das lebendige Gemeindeleben hat auch das Bistum überzeugt. Drei Viertel der Kosten für den 800.000 Euro teuren Neubau trägt Mainz. Der Erhalt seiner Kirchen sei grundsätzliches Ziel des Bistums, sagt dessen Sprecher Tobias Blum. "Das gilt auch für die Standorte in Nieder-Roden."

Die Pavillons von Heilig Kreuz an der Nahestraße, Anfang der 70er Jahre auf einem früheren Lastwagenparkplatz errichtet, sind heruntergekommen. An ihrer Stelle soll jetzt ein Kirchensaal mit 100 Sitzplätzen entstehen, angrenzend ein zweiter, kleinerer Saal. Dazu kommen Sakristei, Küche, Foyer sowie behindertengerechte Toiletten. Der Glockenturm soll bestehen bleiben. Noch im ersten Halbjahr könnte Baubeginn sein.

Uneins sind sich die Gemeinde und das Bauamt der Diözese allerdings noch über die Auftragsvergabe. Die Gemeinde will das Büro eines ihr nahe stehenden Rodgauer Architekten beauftragen. Das Bistum verlangt einen Architektenwettbewerb.

Eine direkte Vergabe spare Ausschreibungskosten, sagt Eckstein. Zudem sei das favorisierte Büro mit der Situation vertraut. "Eine Ausschreibung würde unnötig Geld verbrennen." Bistumssprecher Blum sieht das anders: "Bei Aufträgen dieser Größe ist es üblich, mehrere Entwürfe einzuholen."

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