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Rodgau Eine Action-Grusel-Komödie

Der Verein Blickwechsel dreht mit den Schülern der Rodgauer Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule einen Film. Das Drehbuch dürfen sich die Jugendlichen dazu ausdenken.

Filmaufnahmen an der Rodau in Weiskirchen. Foto: Sascha Rheker

Der Verein Blickwechsel dreht mit den Schülern der Rodgauer Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule einen Film. Das Drehbuch dürfen sich die Jugendlichen dazu ausdenken.

Auf einer Fußgängerbrücke über die Rodau rangeln zwei Jungen. Sie hängen sich gegenseitig am Kragen, bis der eine den anderen über die Reling drückt. „And Cut“, schreit Pädagogin Britta Kanabaja vom Verein Blickwechsel. Mit zwölf Schülern der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Rodgau drehen sie und ihre Kollegin, Medien- und Kulturwissenschaftlerin Telke Reeck, die erste Szene eines Films.

Anfang der Woche haben die beiden Frauen von Blickwechsel, einem Verein für Medien- und Kulturpädagogik, mit den Jugendlichen Kameraführung geübt und am Computer Aufnahmen geschnitten. Gemeinsam haben sie sich das Drehbuch ausgedacht: „Jeder durfte sich seine Rolle ausdenken“, sagt Reeck. Heraus kam eine „Action-Horror-Grusel-Komödie“ mit Tänzerinnen, einem Obergefreiten und vielen weiteren aberwitzigen Rollen: „Wir haben alle Wünsche berücksichtigt“, sagt Reeck und lacht, „das gibt einen interessanten Film“.

Das Filmprojekt trägt den Namen „Siehste Töne, hörste Bilder“ und wird von Blickwechsel an Förderschulen in Hessen durchgeführt. Unterstützung gibt es vom hessischen Kultusministerium und der hessischen Mediengesellschaft LPR: „Wir wollen Kindern mit Förderbedarf Medienkompetenz vermitteln“, sagt Reeck. An den meisten Regelschulen sei die Vermittlung von Medienkompetenz bereits üblich, „an Schüler mit Förderbedarf trauen sich hingegen wenige dran“, so Reeck. Dabei gäbe es keine besonderen Schwierigkeiten bei der Zielgruppe. Die Förderschüler lernen hauptsächlich durch praktisches Arbeiten, so Reeck, und beim Projekt dürfen sie alles selbst tun: Filmen, schauspielern, schneiden.

Schulleiter Axel Simon ist zufrieden: „Das Projekt fördert das Selbstbewusstsein der Schüler“, sagt er, „und das Arbeiten in der Gruppe“. Petra Schwarte ist eine von drei Lehrkräften, die die Jugendlichen zwischen elf und 19 Jahren beim Filmen mitbetreut: „Die Kids lernen, wie viel Arbeit es ist, einen guten Film zu machen.“

Auf der Brücke ist nun das Unglück geschehen, bei der Rangelei ist „Chabo“, gespielt von Shamel (15), in den Bach gefallen und ums Leben gekommen. So steht es im Drehbuch. Kevin (15) im Tarnanzug spielt den Obergefreiten. Nun muss er erschrocken zum Auto flüchten. Kameramann Jannis (14) ist bereit, und Kevin hebt den Daumen. „Action“, schreit Kanabaja, und Shassa (16) schlägt die Klappe. Kevin lässt rennend auf dem Feldweg Staub auffliegen. Alle klatschen Beifall.

Die Filmpremiere findet am Freitag in der Schule statt. Eine Trickbox mit einer Kamera und einem Computer darf die Schule behalten.

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