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Rodgau Achtmal um den Globus

Am Wochenende sammeln 39 Mannschaften Runden im Stadion gegen Spenden.

Ob im freizügigen Borat-Sport-Outfit, verkleidet als Huhn oder Wikinger – wenn am Samstag am Sportzentrum Dudenhofen der 24-Stunden-Lauf beginnt, gibt es traditionell einiges zu sehen. 39 Mannschaften mit jeweils zehn Teilnehmern haben sich bisher angemeldet, dazu noch fünf Einzelläufer. Ist der Startschuss gefallen, gilt nur noch eines: Durchhalten für den guten Zweck. Denn wie jedes Jahr sammeln die Sportler Spenden für die Stiftung „Gemeinsam mit Behinderten“ des gleichnamigen Vereins.

Vor 35 Jahren wurde der Benefizlauf vom Verein erstmals ausgerichtet. Das bisher Erreichte liest sich beeindruckend: 326 449 Kilometer auf 816 124 Runden im Sportzentrum wurden seitdem zurückgelegt – eine Strecke, die achtmal um den Globus führen würde. 278 Teams sind seit 1981 angetreten, dazu 28 Einzelläufer. Den Rundenrekord hält übrigens eine Behindertenmannschaft: Die Wilden Reiter, die deutsche Rollstuhl-Nationalmannschaft, hat bisher 1063 Runden in Dudenhofen zurückgelegt und mit zwei Runden knapp die Nase vor dem Frankfurter Verein Spiridon.

Spenden finanzierten Wohnanlage

Auch die Spendensumme, die in den vergangenen Jahren gesammelt wurde, beeindruckt: Rund 2 860 000 Euro wurden eingenommen. Finanzierte der Verein anfangs mit dem Geld noch Tagesbetreuung, Ausflüge oder Fortbewegungsmittel für Behinderte, wird aktuell mit dem Geld noch das Darlehens für den Bau der Behindertenwohnungen getilgt.

Denn in den Jahren 2004 und 2010 richteten Verein und Stiftung für 2,5 Millionen Euro 18 Wohnungen für Behinderte, teils mit Betreuung, in drei Häusern in der Vordergasse in Jügesheim ein. Ein Darlehen von rund 900 000 Euro musste dafür aufgenommen werden, aktuell ist die Hälfte davon zurückgezahlt.

Aus den Mieteinnahmen der Immobilien finanzieren Verein und Stiftung ihre Behindertenarbeit. So bietet der Verein etwa therapeutisches Reiten, Schwimmkurse oder Fahrdienste an. „Wir sehen uns in erster Linie als Lobby für Menschen mit Behinderung“, sagt Lothar Mark, einer der Gründer von „Gemeinsam mit Behinderten“.

Dass auch immer wieder Prominenz zur Sportanlage nach Dudenhofen kommt, nutzt er Verein zugunsten seiner Schützlinge. So wurde Bahnvorstand Jürgen Grube bei seinem Besuch auf die Situation von Behinderten in Zügen und an Bahnhöfen angesprochen und bei Daimler-Vorstand Hilmar Kopper wurde für neue Fahrzeuge für den Fahrdienst geworben. Dass die Bahn eine Initiative vorgelegt hat, bis 2020 die Züge abzusenken und somit behindertenfreundlicher zu machen, führt der Verein auch darauf zurück.

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