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Privatschule in Dreieich Standort von Privatschule ungewiss

Die Internationale Schule wird eventuell nicht in der Lettkaut gebaut. Hans Strothoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der MHK-Group, widerspricht Aussagen des Landrats Oliver Quilling (CDU).

Europazentrale der MHK Group
Siedelt sich die Internationale Schule gleich neben dem Neubau der MHK-Europazentrale an? Foto: Monika Müller

Es war ein Knaller, was Landrat Oliver Quilling (CDU) am Dienstagabend am Rande einer Pressekonferenz verriet: Hans Strothoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der MHK-Group, hege Pläne, auf dem Gelände seiner neuen Europazentrale am Ortseingang von Dreieich nun auch den Neubau seiner Internationalen Schule entstehen zu lassen. Damit hätten sich die Kleingärtner ihr Bürgerbegehren gegen die Ansiedlung der Internationalen Schule auf ihrem Vereinsgelände in der Lettkaut komplett sparen können.

Die Halbwertszeit dieser Nachricht war aber sehr kurz: Schon am Mittwochnachmittag dementierte die MHK-Group diese Worte in einer Stellungnahme. Es sei offensichtlich zu einigen Missverständnissen gekommen, denen man „klar und deutlich“ entgegentreten wolle.

Strothoff versuche, in Nachbarschaft zu seiner neuen MHK-Europazentrale noch Flächen anzukaufen. Das erklärte der Landrat im Rahmen der Pressekonferenz, und sagte, er habe Entwürfe gesehen. Es gebe Pläne, anschließend an ein Hotel, das Strothoff neben seiner neuen Firmenzentrale bauen lässt, das neue Gebäude der Internationalen Schule entstehen zu lassen.

In der zweiten Junihälfte sei er zusammen mit Karl Schwarz, dem Leiter der Gebäudewirtschaft beim Kreis Offenbach, bei Hans Strothoff zu Gast gewesen. „Eigentlich ging es dabei um die Verlängerung des Vertrags am bestehenden Standort der Internationalen Schule im Haus des Lebenslangen Lernens (HLL) an der Frankfurter Straße“, erinnerte sich Quilling. Strothoff sei mit seiner privaten Ganztagsschule dort nämlich Untermieter, zahle dem Kreis Offenbach als Hauptmieter jährlich 500 000 Euro. „Er hatte einen Zehnjahresvertrag, der im Herbst kommenden Jahres ausläuft, mit der Option, weitere zehn Jahre zu verhandeln“, so der Landrat.

Landrat: Gesprächsfaden  „einseitig abgerissen“

Bei seinem Besuch in der zweiten Junihälfte habe ihm Strothoff ein Exposé gezeigt, wie man die Internationale Schule an der Robert-Bosch-Straße in das Ensemble rund um die neue, rund 100 Millionen Euro teure Zentrale der MHK-Group einbetten könnte. „Diese CAD-Darstellung hatte ein Architekturbüro erstellt“, erinnerte sich der Landrat. Parallel dazu laufe auch noch das Bebauungsplanverfahren für die Ansiedlung der Schule in der Lettkaut.

Noch bis Anfang vergangenen Jahres habe Strothoff von einer Erweiterung der Internationalen Schule im Haus des Lebenslangen Lernens (HLL) gesprochen. Auch dazu habe es schon Studien gegeben. Dann sei der Gesprächsfaden aber „einseitig abgerissen“, so der Landrat, und plötzlich habe er aus der Presse von einer geplanten Ansiedlung der Internationalen Schule in der Lettkaut erfahren. Monatelang habe er dann wieder von Strothoff nichts gehört – bis zu jener zweiten Junihälfte.

Die Idee zur Ansiedlung der Strothoff International School an der Robert-Bosch-Straße ist laut Quilling jedoch nicht neu. Strothoff habe sie schon vor Jahren im Zusammenhang mit der Arrondierung der Fläche für seine neue Europazentrale geboren.

Es sei richtig, dass die MHK-Group ein Grundstück neben der Unternehmenszentrale gekauft habe, verlautbarte das Unternehmen in einer Stellungnahme. Man ziehe dort einen Hotelneubau in Erwägung. Das Interesse an den Grundstücken, die an die Europazentrale anschließen, sei aber missinterpretiert worden, man müsse den vom Landrat getätigten Aussagen widersprechen.

Der Mietvertrag für die Strothoff International School sei aber um zehn Jahre verlängert worden. Das sei richtig. „Wir prüfen derzeit sehr intensiv, wie wir die Kapazitäten in unserem Bestandsgebäude im HLL erhöhen können“, erklärte Kirk Mangels, Vorstand der MHK-Group, gegenüber der FR. Demnach sollen Teile der Schulverwaltung, wie etwa die IT, in das neue MHK-Gebäude ziehen, das nur einen Steinwurf entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt. Über eventuelle zusätzliche Grundstückskäufe könne er aber nichts sagen.

In der Frage um den neuen Standort für die Internationale Schule steht nun Aussage gegen Aussage. Strothoff hatte allerdings schon im September öffentlich das Versprechen gegeben, dass niemand aus der Lettkaut vertrieben werde.

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