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Neu-Isenburg SPD warnt vor Salafisten

Jugendliche verteilen Korane / Stadt sucht Gespräch mit muslimischen Gemeinden

Eine Gruppe von Jugendlichen hat am Wochenende den Koran in Neu-Isenburg verteilt – es ist nach Angaben der Stadtverwaltung nicht das erste Mal. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sie immer wieder Exemplare des heiligen Buches der Muslime und Flugblätter verteilt. Die SPD Neu-Isenburg vermutet, dass es sich um Salafisten handelt.

Mehr als 900 missionierende Salafisten werden derzeit nach Angaben des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen bundesweit genauer beobachtet; keine andere extremistische Gruppe wächst so schnell. Von der Öffentlichkeit kritisch beäugte salafistische Aktionen und Kundgebungen gab es in der Region unter anderem bereits in Frankfurt, Offenbach und Dietzenbach.

Die Verteilaktionen in Neu-Isenburg seien bisher ohne Zwischenfälle verlaufen, sagt Volkmar Meyer, Leiter der Polizeistation. „Bei der Polizeikontrolle verhielten sich die befragten Personen kooperativ und freundlich.“ Für die Verteilung ohne Stand seit keine Genehmigung notwendig, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos).

In den vergangenen Tagen sind nach Angaben Hunkels Gespräche mit den hiesigen islamischen Gemeinden geführt worden. Die muslimischen Vertreter hätten sich entschlossen von der salafistischen Ideologie distanziert und ihre Bereitschaft geäußert, aktiv dagegen zu wirken. „Wir nehmen das Thema ernst und sind mit allen Beteiligten im Gespräch“, sagt Hunkel.

Dank der Kooperation der Gemeinden ist nun eine Begegnung zwischen zwei der an der Verteilaktion beteiligten Jugendlichen und ihren Familien geplant, an der auch Hunkel teilnehmen will. „Ich werde auf die lange Tradition der Toleranz in Neu-Isenburg hinweisen“, sagt er. „Diese garantiert, dass sich niemand durch das Handeln Dritter beeinträchtigt fühlen soll. Dafür werden wir immer eintreten und sind uns in dieser Hinsicht mit allen religiösen Gruppen einig.“

Schärfere Worte findet SPD-Landtagskandidat Corrado Di Benedetto: „Wir müssen unmissverständlich klar machen, dass wir uns mit allen demokratischen Mitteln zur Wehr zu setzen wissen“, sagt er. „Andererseits müssen wir über diese Gruppen aufklären, die Jugendarbeit in den Schulen stärken und die Moschee-Gemeinden als Partner in dieser Arbeit gewinnen.“

In Neu-Isenburg sei „kein Platz für radikale Umtriebe“, sagt SPD-Bundestagskandidat Gene Hagelstein. „Gegen die Verteilung des Korans ist nichts einzuwenden“, findet Ortsvereinsvorsitzender Markus Munari, „wohl aber gegen die Leute, die ihn für ihre politischen Zwecke missbrauchen, daraus eine menschenverachtende Ideologie ableiten und diese offensiv-aggressiv unter die Leute bringen möchten.“

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