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Neu-Isenburg Jeden Samstag geht es gegen rassistische Hetze

Eine neue Initiative will auf dem Neu-Isenburger Wochenmarkt Zeichen gegen rechte Hetze setzen. Am Samstag treten dort die „Omas gegen rechts“ erstmals auf.

Omas gegen Rechts
Mit diesem Schild wollen die Omas gegen Rechts am Samstag öffentlich auf dem Neu-Isenburger Wochenmarkt auftreten. Foto: (Extern)

Ein Parteitag der AfD in der Hugenottenhalle, Wahlkampfveranstaltungen von AfD-Spitzenpolitikern – die Rechtspopulisten treten in Neu-Isenburg immer wieder auf. Jetzt machen einige Bürger gegen Rassismus und rechte Hetze mobil: Die Initiative „iburg_ohne_rassismus“ will jeden Samstag Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung veranstalten – bis zur Landtagswahl am 28. Oktober.

„Wir haben auf dem Wochenmarkt an der Ecke Ludwigstraße/Bahnhofstraße jeden Samstag einen Standplatz angemeldet und hoffen, dass er von vielen Akteuren bespielt wird“, sagt Dieter Kasper, einer der Initiatoren von „iburg_ohne_rassismus“. Der Stand sei nur der Rahmen für mögliche Aktionen zum Thema „Solidarität statt Hetze“, die sich samstags jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr gegen rechtes Gedankengut wenden sollen.

Die Initiative wolle so auch einen Kontrapunkt gegen die AfD setzen, die schon seit Wochen an einem Stand auf dem Wochenmarkt Wahlwerbung betreibt.

Es sind vor allem engagierte Mitstreiter aus der Flüchtlingshilfe, die sich in der überparteilichen Initiative zusammengefunden haben. „Wir sind keine Politiker, aber wir sind politisch“, sagt Kasper. Die Gruppe, der bisher zwölf Aktive angehören, habe sich gegründet, „als Markus Söder und das Wort Asyltourismus aufkamen“.

Zum Auftakt am vergangenen Samstag initiierte die Initiative ein „Lesen gegen rechts“ am Marktstand. Sie legte dort auch Bücher zum Thema Rassismus und Faschismus aus. „Rund 80 Leute waren da“, berichtet Kasper.

An den kommenden Samstagen sollen nun andere ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzen. Schon zugesagt haben der Weltladen und die Flüchtlingshilfe, ebenso wie zwei Musiker. „50 bis 60 Bürger haben schon angekündigt, sie wollen mitmachen“, so Kasper. Er hofft, dass er demnächst auch Fußballer von Eintracht Frankfurt und den Offenbacher Kickers dazu bewegen kann, sich in Trikots gemeinsam am Stand zu zeigen.

„Omas gegen rechts“ am Stand

Am Samstag ist eine neu gegründete Gruppe am Stand: die „Omas gegen rechts“. Eine Neu-Isenburgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung stehen haben will, hat die überparteiliche Gruppe initiiert. Ihr Symbol ist eine rote Strickmütze. „Nennen Sie mich Lotte Müller“, sagt sie und erklärt, sie habe eine Datenphobie und wolle auch nicht Zielscheibe für jemanden sein.

Lotte Müller schrieb ihr bekannte, gleichgesinnte politische Frauen an, veranstaltete ein Kaffeekränzchen – und schon waren die „Omas gegen rechts“ gegründet. Die acht Frauen im Alter von Anfang 60 bis Mitte 70 hatten diese Idee jedoch nicht als Erste: Sie entstand Ende 2017 in Wien und schwappte dann nach Berlin über. „Wir haben das einfach aufgegriffen und den Grundsatztext aus dem Internet übernommen“, sagt die 63-Jährige.

Am Samstag werden die Frauen erstmals mit Schildern auf dem Wochenmarkt plakativ für eine Stadt ohne Rassismus werben – und hoffen, weitere Gleichgesinnte zu finden. Damit allein soll es aber nicht getan sein: „‚Omas gegen rechts‘ ist eine Daueraufgabe“, sagt Müller. So sollen zum Beispiel bald Demos folgen.

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