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Neu-Isenburg Hilfe durch Unternehmer im Unruhestand

Die Wirtschaftspaten beraten auch im Kreis Offenbach Existenzgründer und Firmen in der Krise. Die Café-Betreiberin Roswitha Gebhart in Neu-Isenburg hat davon profitiert.

Neu-Isenburg
Roswitha Gebhart ist mit Hilfe der Wirtschaftspaten zur Cafébetreiberin geworden. Foto: Rolf Oeser

Die Bewertungen im Internet für das kleine, liebevoll eingerichtete Café in Neu-Isenburg sind sehr gut. Und doch läuft es bei der Betreiberin Roswitha Gebhart nicht so ganz rund. Was ihr „Balico“ an der Bahnhofstraße abwirft, reicht nicht zum Leben. „Noch nicht“, sagt sie und ist guten Mutes. Schließlich sei sie ja von den Wirtschaftspaten beraten worden, und deren Zahlen im Businessplan seien „reell“ gewesen – das habe ihr auch der Steuerberater bestätigt.

Im vergangenen Juni hat Gebhart auf den Erfahrungsschatz der ehemaligen Unternehmer und Führungskräfte zurückgegriffen. „Sie haben mir beim Erstellen eines Businessplans geholfen“, sagt sie. Die zu diesem Zeitpunkt arbeitslose Frau hatte vor, das alteingesessene „Balico“ zu übernehmen, in dem sie selbst schon 20 Jahre lang Gast war. „Die Vorgängerin wollte das Traditionscafé aus Altersgründen abgeben und fand keinen Nachfolger“, erklärt sie.

Als Quereinsteigerin – sie kommt aus dem kaufmännischen Bereich – wagte die Neu-Isenburgerin am 1. August vorigen Jahres mit Hilfe von Jörg-Bodo Krüger von den Wirtschaftspaten den Schritt in die Selbstständigkeit. „Überredet hat er mich nicht“, sagt die 51-Jährige. „Er war neutral.“

Ihre Aussage bestätigt die Worte von Helmut Eikelmann, Vorstandsmitglied der Wirtschaftspaten. „Wir reden Tacheles, geben eine ehrliche Rückmeldung, die manchmal auch schmerzhaft ist.“

„Aller Anfang ist schwer“, sagt Gebhart, die bei der Übernahme des „Balico“ ohne Gründungszuschüsse auskommen musste. „Aber der Zuspruch wird stetig mehr, das merke ich“, sagt sie. Die 51-Jährige hofft nun auf das Kaffeegeschäft im Sommer – und dass ihr die Rentenversicherung endlich die beantragte Assistenz genehmigt. Ein Zwölfstundentag im Café ist für die zierliche Frau mit 50-prozentigem Invaliditätsgrad nämlich „hartes Brot“.

Laut Eikelmann stehen in Hessen in den kommenden drei Jahren mehr als 10 000 Unternehmen, in denen noch keine Nachfolge geklärt ist, zur Übergabe an. Vielfach seien das Einzelhändler in den Innenstädten, sagt er. „Die Familiennachfolge hat nachgelassen, es geht deshalb meist um die Suche nach einem externen Nachfolger.“

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