Lade Inhalte...

Neu-Isenburg Flüchtlingsunterkunft wird erweitert

Erstaufnahmestelle des Landes in der Rathenaustraße stockt auf 1000 Plätze auf.

Die Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen, die seit Anfang September in einem Teil der ehemaligen FR-Druckerei in der Neu-Isenburger Rathenaustraße eingerichtet ist, wird nun doch erweitert: Um 300 auf dann 1000 Plätze, wie Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) gestern berichtete.

Das gehe aus einem Schreiben des Landes hervor, das er am Dienstag erhalten habe. „Die Einrichtung wird aufgestockt, sobald die Lüftungsanlage erweitert ist“, sagte Hunkel. Das werde schnellstmöglichst innerhalb der kommenden Wochen geschehen.

Dazu hat das Land nach Angaben Hunkels noch zusätzliche Räume auf dem Gelände gemietet, wo dann auch Platz für eine Kleiderkammer sein soll. Man habe ihm aber zugesichert, 1000 sei nun die Obergrenze. Kurz nach Eröffnung der Einrichtung war in einer Pressemitteilung des ASB schon einmal von bis zu 1400 Bewohnern die Rede gewesen, doch das wurde vom Land dementiert. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sagte damals, der Standort sei für so viele Menschen nicht geeignet.

Die Fabrikhalle ist aktuell mit rund 700 Menschen nach Angaben des Einrichtungsleiters Ulrich Meier vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) voll belegt. Meier berichtete gestern, wie sich der Alltag in dem alten Fabrikgebäude gestaltet, in dem Männer, Frauen und Kinder leben. „Bisher gab es bei uns, toitoitoi, keine größeren Zwischenfälle“, sagte er.

Etwa 90 Prozent der Bewohner seien inzwischen von den Behörden offiziell registriert, etwa 100 Menschen besuchten Sprachkurse. In der kommenden Woche soll es nun auch Internetstationen auf dem Gelände geben, die die Flüchtlinge benutzen können.

Meier räumte aber ein, dass es Probleme mit der Hygiene in den Sanitäranlagen gebe. „Es teilen sich eben 700 Menschen Duschen und Toiletten. Da ist das schwierig. Das wäre bei Deutschen nicht anders“, sagte er.

Streit habe es auch gegeben, weil Kinder immer wieder unkontrolliert in die Damenduschen eingedrungen seien. Das habe man aber abgestellt. Ein Putzdienst reinige die Sanitäranlagen dreimal täglich, auch würden die Bewohner zusätzlich noch selbst helfen. Etliche Flüchtlinge engagieren sich nach Meiers Angaben als Dolmetscher, und ein syrischer Ingenieur repariere nun auch kaputte Betten. „Da haben wir erst mal für 400 Euro Werkzeug im Baumarkt für ihn gekauft“, sagte Meier.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen