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Neu-Isenburg Anmeldeboom an der Lagerlöf-Schule

Die gruseligen Ecken sind weg, die Lagelöf-Schule in Zeppelinheim saniert. Viele Eltern möchten, dass ihre Kinder eine altersgemischte Gruppe besuchen.

24.02.2011 10:12
Achim Ritz
Die Selma-Lagerloef-Schule in Zeppelinheim Foto: Renate Hoyer

Der neunjährige Fanno freut sich. In seinem Klassenzimmern können jetzt ganz unkompliziert Bilder an der Wand aufgehängt werden. „Wir haben da so Schienen.“ Tobias, der gern Tobi genannt werden möchte, findet die neuen Stühle toll. Und Julian fällt noch etwas anderes ein, das an der kleinen Selma-Lagerlöf-Schule im Neu-Isenbuger Stadtteil Zeppelinheim jetzt viel besser als früher ist: „Die Toiletten“, sagt der Junge. Gestern Mittag scheint die Wintersonne in die Klassenzimmer der Grundschule am Forsthausweg. Alles ist hell und freundlich, keine Spur mehr von dem einstigen maroden Bau, der nach Darstellung von Landrat Oliver Quilling (CDU) gruselige Ecken hatte.

Der Kreis hat die Schule mit Hilfe des privaten Vertragspartners SKE (Public Private Partnership) und des Landes Hessen für 2,4 Millionen Euro komplett sanieren und anbauen lassen. Fast scheint alles tipp-topp zu sein in der Schule des 1410-Einwohner-Dorfes am Flughafenzaun. Die Schulsozialarbeit fehle noch, sagt Konrektorin Anja Persichilli auf Anfrage. Darauf angesprochen, kündigt Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) an, dass im nächsten Schuljahr eine Fachkraft kommen soll. Der städtische Sozialarbeiter Christoph Rettig werde sich darum kümmern und mit der Schulleitung kooperieren.

Auch die Inklusion, die von der EU vorgeschriebene Aufnahme aller Kinder, auch behinderter oder entwicklungsverzögerter, kann nach Darstellung von Anja Persichilli an der Selma-Lagerlöf Schule realisiert werden. Zwar brauche die Schule für die Inklusion noch Fachkräfte, doch die Klassenzimmer seien barrierefrei.

Die nach der schwedischen Literaturnobelpreisträgerin (1909) benannte Einrichtung ist eine Zweigstelle der gleichnamigen Schule im benachbarten Buchschlag. Dass die Zeppelinheimer Dependance derzeit einen Anmeldeboom verzeichnet, liegt nach Ansicht der Schulleitung aber nicht allein an den modernen Klassenzimmern, sondern am besonderen pädagogischen Konzept.

Als einzige Grundschule im Kreis Offenbach werden im Forsthausweg Kinder schon im Alter von fünf Jahren eingeschult und anschließend bis zu drei Jahre lang in einer gemischten Altersgruppe unterrichtet. Je nachdem wie die Kinder sich entwickeln, gehen sie nach zwei oder drei Jahren in die dritte Klasse.

Im gemeinsamen Lernen der fünf- bis siebenjährigen Kinder – derzeit gibt es drei Eingangsgruppen – sehen die acht Lehrerinnen der Zeppelinheimer Schule den Vorteil, dass die Mädchen und Jungen sich gegenseitig mehr helfen, sich ihr Sozialverhalten besser entwickelt und sie mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden.

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