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Mühlheim Mehrere Modelle für den Fährbetrieb

Die Ausschreibung für die Mühlheimer Fähre soll im August starten. Dabei sind mehrere Modelle möglich. Die Anrainerkommunen sollen ein mögliches Defizit auffangen.

Noch liegt die Mainfähre festgezurrt am gegenüberliegenden Ufer von Mühlheim.

Ende August soll der Fährbetrieb zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim ausgeschrieben werden. Das erklärte Landrat Oliver Quilling (CDU) am Rande einer Pressekonferenz. Vier bis sechs Wochen später, wenn die Ausschreibung abgeschlossen ist, hat der Kreis Offenbach dann Klarheit, ob sich ein neuer Betreiber für die Fähre finden lässt.

Ein möglicher Interessent muss die Mühlheimer Fähre übrigens nicht unbedingt pachten, er kann sie auch kaufen. „Dann erwarten wir aber auch, dass er sie dort betreibt“, erklärte der Landrat. „Abhängen und woanders fahren lassen, das geht nicht.“ Es gibt aber noch eine weitere Lösung: „Wenn einer seine eigene Fähre einsetzen will, hätten wir auch nichts dagegen“, so Quilling. Es habe schon einen Interessenten gegeben, der seine eigene Fähre mitbringen wollte, „aber am Ende hat er nicht angebissen“.

Anfang des Jahres hatte der Kreis Offenbach als Eigentümer der Fähre zwar sechs Interessenten an der Angel, aber bei einem Markterkundungsverfahren gab kein einziger ein Angebot ab. Vor eineinhalb Wochen wurden dann die Rahmenbedingungen geändert: Der Kreis Offenbach und der Main-Kinzig-Kreis verständigten sich darauf, jeweils die Hälfte der notwendigen Investitionskosten von etwa 35.000 Euro zu tragen. Vorher schon hatte der Kreis Offenbach die Ruderpropeller der Fähre von der Pächterfamilie Spiegel abgelöst, die „relativ neu“ waren, so der Landrat. Für den Motor habe der Kreis entgegen anderslautender Nachrichten nichts zahlen müssen.

Für die Betriebskosten sehen sich die beiden Landkreise nicht zuständig. „Der Betrieb als solcher hat uns bisher nichts gekostet“, sagte Landrat Quilling. Das solle auch weiterhin so bleiben. „Wenn für den dauerhaften Betrieb der Fähre trotzdem Kosten entstehen, würden wir erwarten, dass sich Maintal und Mühlheim beteiligen.“ Der Kreis gehe davon aus, dass im Falle eines Defizits der überwiegende Teil von den beiden Anrainerkommunen getragen werde. Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) und Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) hatten vor eineinhalb Wochen in einer Pressemitteilung schon zugesagt, dass die beiden Städte mehr Verantwortung übernehmen werden. Als Hauptnutznießer der Fährverbindung blieben sie bisher von jeglichen Kosten verschont.

„Wir glauben, dass es jetzt Interessenten gibt“, sagte der Landrat. Der künftige Pächter müsse aber anders agieren als die Vorgänger, die die Fähre trotz mehrfacher Abmahnung nur einseitig beladen hatten, was letztendlich zur fristlosen Kündigung führte. „Wer sich jetzt bewirbt, hat auch Ahnung vom Geschäft und sieht, wie er die Fähre beladen muss“, meinte Quilling. Spekulationen, die Fähre fahre nur noch bis 2021 – bis dahin wurde ein gültiges Fährzeugnis erteilt –, wies er zurück. Eine ingenieurtechnische Stellungnahme bestätige, dass der Fährkörper noch 20 Jahre halte.

Die Stadtparlamente müssen nun den Forderungen zum Erhalt der Fähre auch Taten folgen lassen, meint die Bürgerinitiative (BI) Fähre, die sich im April gegründet hat. Man sei aber zuversichtlich, dass sich Mühlheim und Maintal für ein tragfähiges Konzept und dessen Finanzierung aussprechen. Erste vielversprechende Signale gebe es schon.

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