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Lichtburg-Kino in Langen Alles neu im Roten Saal

Die Renovierung des Lichtburg-Kinos in Langen ist fast beendet. Ein Mix aus Familienfilmen, Blockbustern und Klassikern soll das Publikum begeistern.

Kino Langen
Leidenschaftliche Cineasten:Assistent Matthias Schwabe, Chef Bruno Ugazio und Assistent Roman Pedischew im neuen Saal 1 (v.l.). Foto: Monika Müller

Bambi“ sei sein erster Film gewesen, erinnert sich Bruno Ugazio. Seitdem ist der Schweizer dem Kino verfallen – und hat seine Begeisterung zum Beruf gemacht. „Ich bin seit 40 Jahren im Kinogeschäft tätig“, sagt er. 2013 wurde er zum Retter des Langener Lichtburg-Kinos, das beinahe geschlossen worden wäre.

Ugazio übernahm das Kino und hat seitdem viel Zeit und Geld in die Renovierung des Lichtspielhauses gesteckt. Seit Donnerstag sind die umfangreichen Arbeiten (fast) vollendet: Bei einer Schnupperstunde konnten die Besucher den neugestalteten großen Saal 1, den „Roten Saal“, besichtigen. „Fast zwei Monate haben wir den Saal komplett umgebaut“, sagt Ugazio. Die in die Jahre gekommene Leinwand wurde ausgetauscht, Decke, Boden, Bestuhlung und Technik erneuert. Wie bisher dominiert die Farbe Rot im Saal. Statt zuvor 130 gibt es nur noch 112 Sitze, die dafür aber viel Beinfreiheit bieten. „Nur die Getränkehalter und die Lampen sind nicht rechtzeitig aus Italien geliefert worden“, sagt Ugazio.

Es duftet nach frischem Popcorn, als die ersten Besucher probesitzen. „Sehr bequem“, fällt ihr Fazit aus. „Auch die Farben der Filme sind jetzt brillanter“, sagt ein Gast. „Die Sitze gefallen mir sehr gut“, sagt Stammgast Simone Erdbahn. Regelmäßig besucht sie die Sneak-Vorführungen. „Das Kino liegt fünf Minuten von zu Hause entfernt. Weshalb sollte ich woanders hingehen?“, fragt sie. Besonders gern mag sie französische Komödien, und da Ugazio die Vorlieben seiner Stammgäste kennt, kann er ihr verraten, dass noch in diesem Jahr zwei entsprechende Filme gezeigt werden.

„Es geht hier sehr familiär zu“, sagt Matthias Schwabe, neben Roman Pedischew der Stellvertreter Ugazios. Beide haben die Renovierung maßgeblich geleitet. Mit der Wiedereröffnung des Saals 1 ist die im laufenden Betrieb erfolgte Erneuerung des Hauses fast abgeschlossen. „Nur an der Fassade wird noch etwas gemacht, dann ist aber alles fertig“, sagt Pedischew.

Mehr als eine Million Euro hat Ugazio in die Renovierung gesteckt. „Was verdient wird, wird sofort in das Haus investiert“, sagt er. Bereut habe er die Übernahme des Kinos nie, er ist Cineast aus Überzeugung. Kino, da stimmt er mit seinen Mitarbeitern überein, sei mehr als bloß einen Film anzuschauen. „Es muss ein Erlebnis sein“, sagt er, dazu gehöre auch, mit den Besuchern ein paar Worte zu wechseln und auf deren Wünsche und Vorlieben einzugehen. So gelinge es, die Kundschaft zu binden und gegen die Konkurrenz der Großkinos zu bestehen.

Dazu gehöre auch ein besonderer Mix aus Filmen, um den Geschmack des Langener Publikums zu treffen. „An Wochenenden setzen wir auf Kinder- und Familienfilme, dazu kommen Erstaufführungen und Blockbuster unter der Woche“, sagt Schwab. „Außerdem haben wir den Anspruch, auch eine besondere Auslese und Klassiker zu zeigen.“ 3D ist dagegen kein Thema, man habe sich bewusst dagegen entschieden. „Der Mehrwert von 3D ist auch sehr überschaubar“, fügt er hinzu.

Für die Zukunft des Kinos sei auch gesorgt, sagt Ugazio. „Ich bin jetzt 64, bis 69 mache ich das noch. Dann übernehmen Schwab und Pedischew.“ Bedenken, in Zeiten von Filmpiraterie ein Kino zu übernehmen, haben seine Stellvertreter nicht. „Wir bekommen im Gegenteil viel Zuspruch“, sagt Schwab. Deshalb wollten sie dafür sorgen, dass es in Langen auch weiterhin ein Kino gebe, sagt Pedischew.

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