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Langen Mehr Platz für die Feuerwehr

Akuter Platzmangel herrscht schon seit längerer Zeit in den Räumen der Langener Feuerwehr. Nun will die Stadt das Gelände für 6,8 Millionen Euro erweitern. Baubeginn soll jedoch erst 2015 sein.

19.03.2013 21:54
Oliver Heil
Der Stützpunkt der Langener Feuerwehr soll erweitert werden. Foto: Martin Weis

Früher hatten die Langener Feuerwehrleute eine Theke, in einem Sozialraum, in dem man auch mal zusammenkommen konnte, über Einsätze sprechen oder auch über etwas ganz anderes. Heute stehen dort, wo mal die Theke war, Schreibtische.

Früher hatten die Langener Feuerwehrleute Lagerräume, heute haben sie Übersee-Container. Das Lager ist ausgelagert. Früher kritisierte die Langener Feuerwehr andere, wenn Fluchtwege mit zu viel Möbeln zugestellt waren. Heute sehen sie ihr eigenes Verhalten kritisch, weil überall im Gebäude Spinde herumstehen, der ursprüngliche Umkleideraum reicht nicht mehr aus.

An der Darmstädter Straße herrscht Platzmangel. Und die technische Grundausstattung entspricht auch nicht mehr den Anforderungen. Es hat bereits Stromausfälle gegeben. Deshalb wollen Stadtverwaltung und Stadtregierung der Feuerwehr eine Erweiterung ermöglichen – Haushaltsloch hin oder her.

„Langen wächst, da muss auch die Feuerwehr wachsen“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). „Auch angesichts der schwierigen Finanzlage müssen wir in die Sicherheit unserer Stadt investieren.“ Für 6,8 Millionen Euro soll sich die Feuerwehr in Richtung Egelsbach ausdehnen dürfen – auf das leerstehende Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei, das sich die Stadt schon nach deren Wegzug vor sieben Jahren gesichert hatte. 2015 könnte Baubeginn sein.

Schon seit Jahren, bestätigt Stadtbrandinspektor Frank Stöcker, wachse die Zahl der Einsätze, während die Zahl der verfügbaren Feuerwehrleute sinke. „Die Arbeitsplätze unserer Leute liegen immer weiter entfernt, die können tagsüber teilweise nicht zum Einsatz kommen.“ Um einen Zug mit 15 bis 20 Mann zu bestücken, muss er Vollalarm auslösen. 106 Feuerwehrleute gibt es, acht davon sind Hauptamtliche. Das sind fast vierzig Leute mehr als vor dreißig Jahren, als die Feuerwehr an die Darmstädter Straße zog. Und es gibt noch Bedarf an freiwilligen Kräften.

„Wir könnten im Moment gut weitere Leute anwerben, wir haben eine große Jugendfeuerwehr“, sagt Frank Stöcker. Aber sie werben nicht, weil sie keinen Platz mehr haben. Die neuen Leute brauchen sie aber dringend. Eben weil tagsüber so wenige Feuerwehrleute rechtzeitig von ihren Arbeitsplätzen zum Feuerwehrhaus kommen können.

Mit dem Ausbau der Feuerwehr nimmt auch ein anderes großes Städtisches Bauprojekt konkrete Formen an. Der neue Langener Bauhof soll sich auf dem Straßenmeisterei-Gelände direkt an die Feuerwehr anschließen. Das birgt Synergien, nicht nur weil jetzt beides in einem Aufwasch geplant wird. Die beiden Einrichtungen werden sich außerdem eine Zufahrtsstraße teilen und in einem zentralen Gebäude Kantine und Schulungsräume gemeinsam nutzen.

Der Neubau des Baubetriebshofs soll 7,9 Millionen Euro kosten. Wann der Umzug ansteht, hängt davon ab, wie schnell die Pläne konkret werden, auf dem jetzigen Bauhof-Areal im Langener Nordwesten ein Neubaugebiet anzulegen. Sollten Feuerwehr und Bauhof gleichzeitig gebaut werden, spart das laut Stadt voraussichtlich zwei Millionen Euro.

Die drei Reihenhäuser auf dem Straßenmeisterei-Gelände, in denen derzeit ein Kindergarten untergebracht ist, müssten dem neuen Bauhof weichen. Die Kita, sagt Bau-Fachbereichsleiter Carsten Weise, könnte auf der anderen Seite der Darmstädter Straße im geplanten Baugebiet ein neues Zuhause finden. Das sind aber bislang wohl nur Ideen.

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