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Kreis Offenbach Notquartiere vor der Auflösung

Jugendliche Flüchtlinge ziehen bald aus dem Göpferthaus in Dietzenbach und das städtische Jugendzentrum (Juz) in Dreieich aus. Sie ziehen ins Rainbow-Hotel in Heusenstamm, wo der Kreis Offenbach eine zentrale Obhutstelle schafft.

Der Kreis Offenbach hat derzeit 284 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Foto: Rolf Oeser

Das Göpferthaus in Dietzenbach und das städtische Jugendzentrum (Juz) in Dreieich genügen auf Dauer den Anforderungen nicht, die das Landesjugendamt an Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellt. Deshalb werden die insgesamt 40 jungen Asylsuchenden, der derzeit in den beiden Einrichtungen wohnen, bald nach Heusenstamm ins Rainbow-Hotel umziehen, wo der Kreis Offenbach eine zentrale Obhutstelle schafft. Fast 100 jugendliche Flüchtlinge seien derzeit im Kreis „noch nicht richtig untergebracht“, sagt Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller (SPD).

Mit der Einrichtung einer zentralen Obhutstelle sind aber noch nicht alle Probleme gelöst, denn laut aktueller Rechtslage müssten mehr als 140 Sozialpädagogen die 284 jugendlichen Flüchtlinge betreuen, die aktuell im Kreis untergebracht sind. „So viele Betreuer haben wir gar nicht“, sagt Landrat Oliver Quilling (CDU).

„In der ersten Flüchtlingswelle wurden Notquartiere mit Mehrbettzimmern für die jungen Flüchtlinge toleriert“, erklärt Quilling. Aber jetzt sinken die Zuweisungszahlen – und das Land verlangt nach geordneten Verhältnissen in Einzel- oder Doppelzimmern. Die Notquartiere in Dietzenbach und Dreieich seien deshalb dauerhaft nicht genehmigungsfähig, sagt Müller. „Wenn dort etwas passiert, steht bei uns der Staatsanwalt in der Tür.“

Bei vier bis fünf Jugendlichen in einem Raum – wie im Heim für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Affhöllerbach im Odenwald – fange die Aufsichtsbehörde schon an, „rumzumeckern“, erklärt Müller. Die Landkreise Offenbach, Darmstadt-Dieburg und Odenwald nutzen das ehemalige Landschulheim des Kreises Offenbach seit Jahresanfang gemeinsam – mit einer vorläufigen Betriebserlaubnis für 30 Plätze. Minderjährige Flüchtlinge aus Dreieich wurden dorthin verlegt. Kurz darauf geriet das Heim in die Schlagzeilen, weil die Jugendlichen nicht dort bleiben wollten. Ende Januar drangen Unbekannte in das Heim ein, attackierten und verletzten einige Bewohner.

Mittlerweile habe sich die Situation aber beruhigt, sagt der Kreis-Sozialdezernent. „Die minderjährigen Flüchtlinge gehen dort zur Schule und besuchen Vereine.“ In dem Heim, das von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird, komme ein Betreuer auf vier Jugendliche. „Der Standardschlüssel liegt bei 1 zu 1,2 bis 1,8“, verdeutlicht Müller.

Für den Umzug vom Dietzenbacher Göpferthaus und vom Dreieicher Juz nach Heusenstamm gibt es laut Müller noch keinen festen Zeitplan. Das Hotel werde derzeit „hergerichtet“. Der Kreis-Sozialdezernent bedankt sich aber jetzt schon ausdrücklich bei den beiden Städten, „die uns in der Not geholfen haben“, und den ehrenamtlichen Helfern vor Ort.

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