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Kreis Offenbach Betrüger treiben Kriminalitätsrate hoch

Deutlich mehr Fälle in Rodgau und Rödermark, deutlich weniger in Neu-Isenburg

Die Kriminalitätsstatistik für Rodgau und Rödermark liest sich bedrohlich: Ein Fünftel mehr Fälle als im Jahr zuvor hat die Polizei 2011 in Rodgau registriert. In Rödermark stieg die Zahl gar um ein Drittel. Die beiden Städte liegen nun auf Platz 5 und 6 der Liste der Orte mit der im Verhältnis zur Einwohnerzahl höchsten Kriminalität. Schlechter schneiden nur Offenbach, Hanau, Gelnhausen und Neu-Isenburg ab.

Doch so unsicher, wie es die Statistik auf den ersten Blick suggeriert, sind die Städte nicht. Die Zahl der Rohheitsdelikte, zu denen Raub und Körperverletzung zählen, ist in beiden Kommunen seit 2008 zurückgegangen. Auch die Zahl der Diebstähle und der Sexualstraftaten ist in Rodgau wie in Rödermark rückläufig.

Abzocke mit Abofallen

Für den starken Anstieg der Fallzahlen sind jeweils mutmaßliche Betrüger verantwortlich. So ermittelt die Polizei in gleich 682 Fällen gegen die Verantwortlichen einer Firma aus Rödermark. Die Geschäftsleute boten über das Internet Anlegern aus ganz Deutschland dubiose Geldgeschäfte mit nur vermeintlich sehr hoher Rendite an. Allein 530 Fälle von Betrug wirft die Polizei einem Geschäftsmann aus Rodgau vor, der sein Geld mit Abofallen im Internet verdiene. Bei solchen Fällen hält es Polizeipressesprecher Josef-Michael Rösch für möglich, dass die Zahl der Geschädigten weitaus höher liegt als die der Anzeigen. Er rät Menschen, die auf einen Internetbetrug hereingefallen sind dringend, nicht einfach zu zahlen, sondern trotz eventueller Scham zur Polizei zu gehen. „Nur so haben wir eine Handhabe, juristisch dagegen vorzugehen“, sagt Rösch. Immerhin würden sehr viele Fälle von Internetbetrug aufgeklärt.

Wie der starke Anstieg der Kriminalitätsrate in Rodgau und Rödermark hängt der starke Rückgang in Neu-Isenburg mit Sammelverfahren zusammen. So gab es dort im Jahr 2010 allein 1085 Fälle von Vermögens- und Fälschungsdelikten – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Davon wurden 354 Fälle von Urkundenfälschung einem einzigen Verdächtigen zugewiesen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Delikte in diesem Bereich nun wieder auf dem Niveau der Vorjahre.

Dietzenbach liegt inzwischen mit seiner Kriminalitätsrate sogar unter dem Durchschnitt des Polizeipräsidiums. Es gibt jedoch weiterhin mehr Rohheitsdelikte als in Dreieich, Neu-Isenburg, Rodgau oder Rödermark.

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