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Kommentar zum Bahnhof Ober-Roden Blauäugig

Gar nicht lang her, dass die Stadt Offenbach ein Problem mit dem Denkmalschutz hatte. Der Käufer des Bieberer Bahnhofs warf ihr vor, ihn nicht darüber informiert zu haben. Dass nun auch die Stadt Rödermark „völlig überrascht“ ist, dass der Bahnhof Ober-Roden unter Denkmalschutz steht, wirft kein gutes Licht auf sie. Es greift zu kurz, wie Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) allein der Bahn den Schwarzen Peter zuzuschieben, die ja davon nichts gesagt habe. Die Stadt hat blauäugig agiert, ja unprofessionell.

Wieso hat niemand in der Stadtverwaltung einmal zum Hörer gegriffen, um beim Kreis abzuklären, ob der Bahnhof denkmalgeschützt ist oder nicht? Immerhin tauchen viele Bahnhöfe in den Denkmallisten auf. Allein in Rodgau sind drei in der Denkmaltopografie verzeichnet. Ohnehin sollte die Stadt ein Interesse daran haben, zu wissen, welche ihrer Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Ein einziges Gespräch hätte ihr und dem Käufer wohl viel Arbeit und mögliche Probleme erspart.

Im schlechtesten Fall schränken die Auflagen des Denkmalschutzes die Pläne des ohnehin längst entnervten Investors so stark ein, dass er nachverhandeln will oder gar vom Vertrag zurücktritt. Kern mag recht haben, dass die Stadt in diesem Fall, auf die Rückabwicklung des 2007 erfolgten Bahnhofskaufs bestehen könnte. Doch die Suche nach einem Käufer begänne von vorne.

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