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Fluglärm Gemeinsam gegen Fluglärmverlagerung

Elf Anrainerkommunen des Frankfurter Flughafens tun sich zusammen, um sich gegen Fluglärm zu wehren. Doch eine Stadt schert aus.

Luftfahrt
Ein Flugzeug startet am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto). Foto: dpa

Gemeinsam gegen die Verlegung von Flugrouten: Auf Initiative der Städte Neu-Isenburg und Heusenstamm haben sich elf Anrainerkommunen des Frankfurter Flughafens zusammengetan, um mit einer Resolution zu verhindern, dass sie künftig mehr Fluglärm abbekommen. Eine Stadt ist nun allerdings aus dem Reigen der Gegner ausgeschert: Mühlheim ist zwar noch im Resolutionstext genannt, wird die Resolution aber nicht verabschieden, sagt Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD).

Anfang des Jahres hatte das Forum Flughafen und Region das zweite Paket „Aktiver Schallschutz“ vorgestellt, mit dem der Fluglärm in der Region um den Flughafen vermindert werden soll. Einer der vorgeschlagenen Punkte: die Umfliegung von Siedlungszentren, sprich: von Offenbach, Darmstadt und Frankfurt.

Heusenstamms Bürgermeister Halil Öztas (SPD) erkannte die Brisanz und bat die Bürgermeister aus Egelsbach, Hainburg, Neu-Isenburg, Obertshausen, Rodgau und Seligenstadt (Kreis Offenbach), Erzhausen und Messel (Kreis Darmstadt-Dieburg) sowie Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) zum Gespräch. „Gemeinsam haben wir beschlossen, die Resolution zum Fluglärmschutz zu verabschieden“, sagt Öztas. Zusammen mit dem Neu-Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) hat er den Resolutionstext erarbeitet. Darin sprechen sich die Kommunen für eine echte Lärmentlastung und gegen jegliche lärmverteilende Maßnahmen aus. Auch solle nicht nur der Flug-, sondern der Gesamtlärm berücksichtigt werden, denn Straßen und Schienen verursachten ebenfalls Geräusche.

In Rodgau und Heusenstamm wurde die Resolution bereits in den Sitzungen des Stadtparlaments vor der Sommerpause verabschiedet, in Neu-Isenburg werden die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 29. August darüber abstimmen. „Die Verschiebung der Flugrouten wurde schon Mitte April im Ortsbeirat Gravenbruch behandelt“, sagt Hunkel. Ortsbeirat und Magistrat protestierten anschließend in einer gemeinsamen Presseerklärung dagegen.

Mühlheim profitiert

In Mühlheim dagegen kommt die Resolution gar nicht erst auf den Tisch der Stadtverordneten. „Wir haben uns ausgeklinkt“ sagt Tybussek. Deshalb gebe es auch keine Vorlage, über die das Stadtparlament entscheiden müsste. Die Verlagerung der Flugroute sei für seine Stadt nämlich positiv. Mühlheim liege derzeit unter der Anflugroute von Hanau über Offenbach zum Flughafen. „Wenn die verlagert wird, profitiere ich davon.“

„Wir verstehen das Anliegen der anderen Kommunen und sind auch für eine Lärmminderung, aber eine so konkrete Resolution können wir nicht unterschreiben.“ Die Resolution liege schließlich allen elf Kommunen wortgleich vor. 

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