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Dreieich Untersuchung zu Strothoff-Schule

Die Internationale Schule hat bisher noch keine Miete an den Kreis Offenbach bezahlt. Jetzt richtet die Koalition einen Akteneinsichtsausschuss ein, außerdem prüft das Regierungspräsidium.

30.04.2010 08:04
Maurice Farrouh
Die Stimmung im Kollegium der Dreieicher Strothoff International School und bei den Eltern sei trotz der Schlagzeilen gut, sagt MHK-Vorstandsmitglied Daniel Schmid. Sie seien über die Situation informiert worden. "Den Eltern ist die hohe Qualität der Ausbildung für ihre Kinder wichtig. Und die ist hier durchgehend gegeben." Foto: Renate Hoyer

Die Fraktionen von CDU und SPD im Kreistag haben schnelle Aufklärung im Fall der Strothoff International School und deren fehlender Mietzahlungen an den Kreis angekündigt.

Die Koalition hat die Einrichtung eines Akteneinsichtsausschusses zu dem Thema beantragt. Gleichzeitig habe der Kreisausschuss auch das Regierungspräsidium um Prüfung gebeten, teilen CDU und SPD mit. Beides soll Klarheit darüber bringen, ob bei der Einrichtung der vergangenes Jahr eröffneten Privatschule in Dreieich alles rechtens war.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Schule des Unternehmers Hans Strothoff (MHK Group AG, "Musterhaus Küchen") acht Monate nach der Eröffnung noch keine Miete an den Kreis Offenbach gezahlt hat. Der Kreis hat das Schulgebäude sowie weitere Räume auf dem Campus "Haus des lebenslangen Lernens" in Sprendlingen von der Eigentümergesellschaft gemietet - und vermietet sie seinerseits an die Strothoff-School und andere Bildungsträger weiter.

Mietkosten von 480.000 Euro sind noch nicht beglichen

Weil sich Strothoff und der Kreis noch nicht in allen Verhandlungspunkten einig werden konnten, gibt es bislang nur einen Vorvertrag. Seit Eröffnung der Schule im August sind Mietkosten von rund 480.000 Euro aufgelaufen.

"Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass der gesamte Themenkomplex vernünftig behandelt und aufgearbeitet wird", erklären die Fraktionsvorsitzenden Bernd Abeln (CDU) und Werner Müller (SPD). Der Ausschuss soll seine Arbeit aufnehmen, sobald der Bericht des Regierungspräsidiums vorliegt.

CDU und SPD begrüßen, dass auch die Verwaltung unter Landrat Oliver Quilling (CDU) ihrerseits rasche Aufklärung versprochen hat. Schuleröffnung und Abschluss des Vorvertrags fallen in die Amtszeit von Quillings Vorgänger Peter Walter (CDU).

Hans Strothoff behauptet nach Angaben des Kreises, von Walter eine Mietbefreiung für die ersten zwei oder drei Jahre in Aussicht gestellt bekommen zu haben. "Peter Walter bestreitet das und hat mich auch auf ein Schriftstück hingewiesen, laut dem eine Mietbefreiung nicht in Frage kommt", sagt Quilling. Strothoff will sich bis zum nächsten Verhandlungstermin mit dem Kreis am 5. Mai nicht zu dem Thema äußern. Quilling sagt, dass er "keinen Spielraum für ein Entgegenkommen" in den Verhandlungen sieht.

MHK mit Rekordergebnis

MHK-Vorstandsmitglied Daniel Schmid betont, dass der Träger finanziell ausgezeichnet dastehe und der Schulbetrieb "glänzend" laufe. Laut der diese Woche veröffentlichten Bilanz hat MHK 2009 ein Rekordergebnis erzielt. Ein Förderprogramm der hauseigenen Bank gewährt MHK-Händlern Kredite mit einem Gesamtvolumen von 120 Millionen Euro.

Die Stimmung im Kollegium und bei den Eltern sei trotz der Schlagzeilen gut, so Schmid. Sie seien über die Situation informiert worden. "Den Eltern ist die hohe Qualität der Ausbildung für ihre Kinder wichtig. Und die ist hier durchgehend gegeben."

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