Lade Inhalte...

Dreieich Ein verwahrloster Ort blüht auf

Am Sonntag, 29. Mai, um 11 Uhr wird der neue Lehr- und Kräutergarten eröffnet. Er ist rund 1000 Quadratmeter groß.

Der neue Lehr- und Kräutergarten mit Kräuterspirale. Foto: Monika Müller

Die Baierhansenwiesen entwickeln sich immer mehr zum attraktiven Naherholungsgebiet für die Dreieicher Bevölkerung und zum Schutzgebiet für heimische Tiere und Pflanzen. Nachdem unter der Regie des Vereins Zukunft Dreieich in den vergangenen zwei Jahren eine rund zehn Hektar große Fläche von illegalen Hütten, Bauschutt, Müll, Schrott und zwei Meter hohem Brombeergestrüpp befreit und renaturiert wurde, können sich die Bürger nun über ein weiteres Vorzeigeprojekt freuen.

Am Sonntag, 29. Mai, um 11 Uhr wird der neue Lehr- und Kräutergarten eröffnet. Er ist rund 1000 Quadratmeter groß und zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Parkplatz am Angelweiher (verlängerte Fichtestraße) oder von Buchschlag aus (entlang der Baierhansenwiesen) gut erreichbar.

Allerdings hat der Regen die Wege aufgeweicht, und es haben sich große Pfützen gebildet. Am Freitag war deshalb ein Baggerfahrer unermüdlich im Einsatz, um Schlammlöcher mit Schotter aufzufüllen, damit die Besucher am Sonntag den Garten trockenen Fußes erreichen können.

Schüler sollen Paten werden

Das Herzstück der Anlage ist eine Kräuterspirale. Dort und in den 36 Beeten wurden rund 80 verschiedene Küchen-, Heil- und Wildkräuter gepflanzt. Darunter befinden sich bekannte Kräuter wie Petersilie, Oregano und Thymian, aber auch weniger bekannte wie Frauenmantel, Beinwell und Scharbockskraut. Schilder vor den jeweiligen Pflanzen informieren Besucher über die Namen und die Anwendungsmöglichkeiten etwa von Arnika, Nieswurz oder Baldrian.

Im linken Teil der Anlage wurde in zehn etwas größeren Beeten ein Hausgarten angelegt, in dem Salat, Paprika, Tomaten, Porree und andere Gemüsesorten heranreifen sollen. Klaus Rehwald von der Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz der Stadt Dreieich, der das Projekt Lehr- und Kräutergarten federführend betreut hat, wünscht sich, dass Schulen Patenschaften für diese Beete übernehmen. Gespräche würden schon geführt, sagte er. Für die Mädchen und Jungen hätte das „Grüne Klassenzimmer“ gleich drei Vorteile: Sie kämen an die frische Luft, würden etwas über Gemüse lernen und dürften bei erfolgreicher Pflege auch die Früchte ihrer Arbeit ernten und mit nach Hause nehmen.

Im hinteren Teil der Anlage wurde eine kleine Musterstreuobstwiese mit je einem Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- Birnen- und Walnussbaum sowie einer Esskastanie angelegt. Darunter befindet sich eine Blumenwiese, die als Bienenweide gedacht ist. Unter der alten Eiche am Eingang sollen zusätzlich zu den bereits vorhandenen Bänken, die von Schülern der Max-Eyth-Berufsschule gefertigt wurden, Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Von Heinz Zimmer stammen zwei große Holzfiguren aus Eiche: Eine Kräuterfrau und ein Reh leisten künftig den Besuchern Gesellschaft.

Ende März waren die beiden verwahrlosten Gärten geräumt worden. In nur sechs Wochen wurde die Anlage von vielen Ehrenamtlichen hergerichtet. Laut Rehwald wurden 150 Kubikmeter Müll abtransportiert. Anschließend wurde der Boden mit einer landwirtschaftlichen Maschine gefräst. Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts erhielt der Verein Zukunft Dreieich vom Naturheilverein Darmstadt und Umgebung, vom Deutschen Naturheilkunde-Museum und von den Freunden Sprendlingens. Hinzu kamen Sponsoren und Spender, die die Realisierung des Gartens ermöglichten.

Rehwald ist überzeugt, dass der Lehr- und Kräutergarten ein Erfolg wird. Schließlich seien schon bei den Vorbereitungen täglich bis zu 20 Leute auf das Gelände gekommen, um sich vor Ort ein Bild über den Projektfortschritt zu machen. Auch telefonisch und per Mail sei er wiederholt gefragt worden, wann es denn endlich losgehe, erzählt er.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen