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Dietzenbach Spessartviertel ohne Verwaltung

Das Amtsgericht Offenbach hat die Wahl der Hausverwaltungsfirma Curanis für die Hochhäuser im Spessartviertel aufgehoben. Zwischen den Eigentümern gibt es massive Konflikte. Von C. Manus

Die fünf Hochhäuser im östlichen Spessartviertel in Dietzenbach sind seit dem 1. September zumindestens rechtlich ohne Hausverwaltung. Das Amtsgericht Offenbach hat die Beschlüsse einer Erbbauberechtigtenversammlung, auf der die Hausverwaltung Curanis gewählt wurde, auf Klagen hin Ende August aufgehoben. Der Grund: Zu der Versammlung am 27. September 2008 hatte die frühere Hausverwaltung Kappelmann geladen. Die sei aber dazu nicht berechtigt gewesen, weil ihr Vertrag am 30. Juni endete. Foto: Sascha Rheker

Die fünf Hochhäuser im östlichen Spessartviertel sind seit dem 1. September zumindestens rechtlich ohne Hausverwaltung.

Das Amtsgericht Offenbach hat die Beschlüsse einer Erbbauberechtigtenversammlung, auf der die Hausverwaltung Curanis gewählt wurde, auf Klagen hin Ende August aufgehoben.

Der Grund: Zu der Versammlung am 27. September 2008 hatte die frühere Hausverwaltung Kappelmann geladen. Die sei aber dazu nicht berechtigt gewesen, weil ihr Vertrag am 30. Juni endete.

Hausmeister und Putzfirma arbeiten trotz Kontosperrung

Die Mitarbeiter der Hausverwaltung Curanis arbeiten nach Auskunft von Peter Kilthau, Geschäftsführer bei Curanis, trotz Kontosperrung weiter. Auch die Hausmeister und die beschäftigte Putzfirma erhielten weiter ihren Lohn, versicherte der Verwaltungsbeiratsvorsitzende Marcel Haufschild am Mittwoch gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Eine neue Hausverwaltung soll bei einer Erbbauberechtigtenversammlung am 17. Oktober im Hotel Sonnenhof gewählt werden. Wegen der massiven Konflikte innerhalb der Eigentümerschaft habe er Sicherheitsleute beauftragt, sagt Haufschild. Bei einer früheren Versammlung sei ein Eigentümer zusammengeschlagen worden.

In einem Schreiben an alle Eigentümer appelliert Haufschild für eine Wiederwahl von Curanis. Ein zu häufiger Verwalterwechsel sei Gift für jede Wohnanlage. Da die Hausverwaltung einen Vertrag über zwei Jahre hat, könnten zudem andernfalls Schadenersatzforderungen auf die Erbbauberechtigten zukommen. Außer Curanis haben sich laut Haufschild vier große Hausverwaltungen beworben, was er als gutes Zeichen sieht.

Der städtische Fachbereichsleiter Soziale Dienste, Walter Fontaine, der auch Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Dietzenbach ist, wollte sich gestern noch nicht zu einer möglichen Präferenz für eine Hausverwaltung äußern.

Klingeln sind repariert

Haufschild, der 29 Wohnungen im Viertel besitzt, sieht trotz der rechtlich verfahrenen Lage auch Grund zur Hoffnung. In zwei der fünf Häuser seien die Notausgangtüren gemacht worden. Die Klingeln seien repariert, die Treppenhäuser von Ein-Euro-Kräften neu gestrichen worden.

Die Wohnungspreise stiegen, die Kriminalität gehe zurück. Auch die Zusammenarbeit zwischen Beirat und Stadt sei besser geworden. Als Erfolg wertet Haufschild auch das Nachbarschaftsfest, das am Samstag gefeiert wurde.

Auf die neue Hausverwaltung warten riesige Aufgaben: Nach Angaben Haufschilds müssen etwa die Dächer gemacht werden. Bedarf gebe es auch bei den Fußböden und dem Brandschutz. Das Parkdeck sei marode.

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