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Dietzenbach Mann beim Umfüllen von Tauchflasche getötet

3. UpdateEin Mann hantiert in Dietzenbach im Keller seines Hauses mit einer Tauchflasche. Der 38-Jährige wird dabei so schwer verletzt, dass er wenig später stirbt.

Rettungswagen
Ein Rettungswagen ist mit Blaulicht unterwegs. (Symbolbild) Foto: imago/Steinach

Ein Hobbytaucher aus Dietzenbach ist am Donnerstagabend beim Befüllen seiner Tauchflaschen schwer verletzt worden. Er konnte an Ort und Stelle zwar noch reanimiert werden, starb aber kurz darauf im Krankenhaus.

Wie das Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach am Freitag mitteilte, hatte der neunjährige Sohn gegen 17 Uhr im Keller des Reihenhauses an der Barbarossastraße einen lauten Knall gehört. Dort entdeckte er seinen schwer verletzten Vater und wählte sofort den Notruf.

Der 37-Jährige hatte nach Angaben der Polizei mit Pressluftflaschen hantiert, wie sie Sporttaucher verwenden. Wie genau es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. In ersten Meldungen war davon die Rede, dass eine der handelsüblichen Tauchflaschen explodiert war. Später wurde dann klar, dass wohl die selbstgebaute Befülleinrichtung geborsten war und so zu den Verletzungen geführt hatte, an denen der Dietzenbacher dann starb.

Wie die Kripo ermittelte, wollte der Dietzenbacher, der als ambitionierter Hobbytaucher galt, den Inhalt einer angebrochenen Atemflasche in eine zweite Flasche umfüllen. Das geschieht unter großem Druck. Bei dem Umfüllvorgang brach dann ein Gestänge an der Umfüllanlage Marke Eigenbau ab, traf den Familienvater und fügte ihm schwerste Verletzungen am Oberkörper zu.

„Wenn der Hobbytaucher die Umfüllstation selbst gebastelt hat, ist das fahrlässig für mich“, sagt Dieter Hahn, Leiter der Tauchabteilung der SKG Sprendlingen. Der Dreieicher hat mehr als 40 Jahre Taucherfahrung. „Vernünftige Taucher bringen ihre Tauchflaschen zu einer Fachfirma zum Befüllen.“ Die nächste sitzt in Rodgau.

Es gibt auch kleine, portable Kompressoren für das Befüllen, die laut Hahn normalerweise einmal pro Jahr zur Wartung gebracht werden sollten; der TÜV überprüft die Geräte. Bei der SKG Sprendlingen dürfen sie nur von Tauchern bedient werden, die einen speziellen Kompressorbetreiberkurs absolviert haben. Für das Überströmen von einer Tauchflasche in eine andere sind auch spezielle Schläuche notwendig, die hohen Druck aushalten müssen – Polycarbonatflaschen sind etwa für einen Druck von bis zu 300 bar zugelassen. Ob der getötete Hobbytaucher allerdings in einem Verein Mitglied ist, war am Freitag nicht in Erfahrung zu bringen.

„Alle Leute, die ich kenne, arbeiten nur mit zugelassenen Kompressoren und nicht mit Grauimporten“, sagt Hahn.

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