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Dietzenbach Märchenhafte Schau

Eine neue Ausstellung im Museum für Heimatkunde und Geschichte in Dietzenbach entführt in die Welt der Märchen. Dafür hat die 87-jährige Erika Hohmann lange genäht und gesammelt. Passend zur Ausstellung erzählt sie auch Märchen.

Heimatmuseum
Tolles Team: Rosemarie Neidinger (li.) mit ihrer Mutter, der Märchenfee Erika Hohmann. Foto: Monika Müller

Erika Hohmanns großer Schrank ist voller Träume: Rund 500 Märchenkostüme liegen darin, alle selbst von der gelernten Schneiderin, die in diesem Jahr auf 65 Jahre Meisterzeit zurückblicken kann, entworfen und genäht. Kleider für Prinzessinnen gibt es da, für Könige und das Rumpelstilzchen, für Hänsel und Gretel, Schneewittchen und das Aschenputtel.

Märchen sind, ganz klar, die große Leidenschaft der 87-Jährigen. Weithin bekannt ist sie die Märchenfee, seit Jahrzehnten erzählt sie in Schulen, Museen oder demnächst auf dem Kelsterbacher Weihnachtsmarkt Kindern und auch Erwachsenen die Geschichten von den Grimms bis Hans Christian Andersen und spielt die Handlung auch mit ihren Zuhörern nach. Das sei immer wieder auch für sie selbst begeisternd, mit welcher Leidenschaft Kinder ihr zuhören und mitfiebern. Gegen einen Unkostenbeitrag ist sie buchbar, es ist ein Ehrenamt.

Ihr Lieblingsmärchen, das vom kleinen Muck, hat der schwäbische Dichter Wilhelm Hauff 1826 erfunden. „Mir gefällt die Botschaft, dass man sich mit Geld keine Freunde kaufen kann, wie es der kleine Muck versucht“, sagt die gebürtige Dresdnerin. „Kürzlich hat mich mal ein kleines Mädchen gefragt, warum der kleine Muck keine Geschwister hat, die ihn trösten.“

Solche Unterbrechungen seien natürlich erlaubt, sagt Hohmann. Dann wird eben improvisiert, und das ist ja auch ein Reiz beim Erzählen. Lange hat die Märchenfee in Offenbach gelebt, inzwischen wohnt sie in Dietzenbach bei ihrer Tochter Rosemarie Neidinger.

Die ist bei der städtischen Seniorenarbeit in Dietzenbach angestellt und hat jetzt gemeinsam mit ihrer Mutter eine Ausstellung mit Märchenbüchern und den Kostümen konzipiert, die heute eröffnet wird. Zahlreiche Dietzenbacher Senioren haben dafür geliebte Märchenbücher in die Ausstellung gegeben. „Das sind viele persönliche Schätze“, sagt Neidinger. „Mich freut sehr, dass uns so viele Menschen die anvertraut haben.“ Die Kostüme der Ausstellung übrigens dürfen sich die Kinder auch anziehen, und die Eltern können dann ihre kleinen Prinzessinnen und Räuber fotografieren. Viele der Leihgeber lesen aus ihren Büchern vor. „Etliches ist in Sütterlin geschrieben, das kann längst nicht mehr jeder entziffern“, sagt Neidinger.

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