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Dietzenbach Hilfe für das Spessartviertel

Eine neue Stadtwerke-Tochter soll die Verwaltung der fünf Hochhäuser übernehmen. Der Hessische Städtetag hat jedoch rechtliche Bedenken.

Die Stadt will Stabilität ins Spessartviertel bringen. Foto: Alex Kraus

Eine neue Stadtwerke-Tochter soll die Verwaltung der fünf Hochhäuser übernehmen. Der Hessische Städtetag hat jedoch rechtliche Bedenken.

Eine neue Tochtergesellschaft der Dietzenbacher Stadtwerke wird sich bei der nächsten Erbbauberechtigtenversammlung um die Hausverwaltung der fünf Hochhäuser im östlichen Spessartviertel bewerben. Der Vertrag mit der Bayerische Städtebau Immobilienverwaltung, die unter den Eigentümern sehr umstritten ist, läuft zum Jahresende aus.

Bei der gestern gegründeten städtischen Hausverwaltungsgesellschaft Rosenpark, die Ruhe in die von ständigen Hausverwaltungswechseln und Eigentümerstreitereien geplagte Anlage bringen soll, handelt es sich um eine öffentlich-private Partnerschaft. Eine private Hausverwaltung soll als zweiter Gesellschafter neben den Stadtwerken fungieren. Um welches Unternehmen es sich handelt, will die Stadt noch nicht mitteilen.

Die Stadtverordneten haben den Plänen, mit denen sich die Verwaltung bereits lange befasste, in einer nicht öffentlichen Sitzung schon zugestimmt – mit klarer Mehrheit, wie Stadtverordnetenvorsteherin Kornelia Butterweck (CDU) mitteilt. Drei Stellungnahmen, ob ihr Vorhaben rechtlich zulässig sei, hatte die Stadt eingeholt.

Städtetag sieht Konflikt

Laut Butterweck kamen die Dreieicher Unternehmensberatung Schüllermann und der Hessische Städte- und Gemeindebund zu einem positiven Ergebnis. Rechtliche Bedenken äußerte allerdings der Hessische Städtetag. Er sah nach FR-Informationen einen Konflikt mit Paragraf 121 der Hessischen Gemeindeordnung, der regelt, unter welchen Voraussetzungen sich eine Kommune wirtschaftlich betätigen darf.

„Wir haben als Stadt eine Verantwortung für den Rosenpark“, sagt Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos). Die derzeitigen Zustände dort könne sie nicht einfach hinnehmen. Die neue Hausverwaltung könne helfen, die Wohnanlage zu stabilisieren.

Die Stadt steht unter Zeitdruck. Wie der Verwaltungsratsvorsitzende der Wohnanlage, Marcel Haufschild, mitteilt, soll die nächste Erbbauberechtigtenversammlung in der ersten Novemberwoche sein. Bis dahin wird die Stadt einiges unternehmen müssen, um die Stimmenmehrheit zu erhalten. Haufschild geht davon aus, dass sich unter anderem die derzeitige Hausverwaltung zur Wahl stellt. Bei der Bayerischen Städtebau Immobilienverwaltung war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Immer wieder wechselten in den vergangenen Jahren die Hausverwaltungen im östlichen Spessartviertel in kurzem Takt. Immer wieder kam es zu Klagen – Unstimmigkeiten bis hin zu Wahlfälschungen beschäftigten bis heute das Amtsgericht. Erst im Mai wurde die 2009 erfolgte Wahl der derzeitigen Hausverwaltung für nichtig erklärt. Auch bei der jüngsten Versammlung, bei der die Hausverwaltung im gleichen Monat bestätigt wurde, kam es nach Ansicht des Eigentümers Peter Kunth zu Manipulationen. Er hat auch diese Wahl angefochten.

Kunth, der 30 der 1.019 Wohnungen besitzt, findet es gut, dass die neue Gesellschaft die Hausverwaltung übernehmen will. „Sie hätte das schon viel früher machen sollen, um die finanzielle Misswirtschaft zu beseitigen“, sagt er. Wenn Rogg persönlich bei den Eigentümern werbe, werde die Hausverwaltung sicher die Mehrheit gewinnen. Es sei allerdings fraglich, ob der kurze Vorlauf bis zur Versammlung genüge. Wichtigste Aufgabe der neuen Hausverwaltung sei es, eine Prioritätenliste für die Sanierung und einen Finanzplan zu erstellen.

Es sei gut, wenn sich viele Verwaltungen bewerben, sagt Haufschild, der 30 Wohnungen besitzt und als Berater für die bisherige Hausverwaltung tätig ist. Die zwei Jahre mit der Bayerischen Städtebau seien nicht schlecht gewesen, sagt er. Beispielsweise seien die Wohnungspreise gestiegen.

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