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Dietzenbach Die Zeit der Trennung ist vorbei

Dietzenbachs zwei evangelische Gemeinden Rut- und Christuskirche schließen sich nach Jahren der Trennung wieder zusammen. Die neue Christusgemeinde wird etwa 4400 Mitglieder haben.

Die Rut-Gemeinde in Dietzenbach gibt es bald nicht mehr - das Gemeindezentrum an der Rodgaustraße bleibt aber erhalten. Foto: Renate Hoyer

Zum Jahresbeginn ist es soweit: Dann schließen sich, 16 Jahre nach ihrer Trennung, die evangelische Rut- und die Christuskirchen-Gemeinde wieder zusammen.

Die Kirchenvorstände haben der Fusion vor den Sommerferien zugestimmt, wie der Kirchenvorstandsvorsteher der Christuskirchen-Gemeinde, Norman Körtge, berichtet. Auch der Dekanatssynodalvorstand und die Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau haben ihr Plazet gegeben. Nun wachse zusammen, was zusammengehört, sagt Dekan Carsten Tag.

Die neue Christusgemeinde Dietzenbach wird etwa 4400 Mitglieder haben – von denen drei Viertel aus der Christuskirchen-Gemeinde stammen – und mit zwei Pfarrstellen besetzt sein. Trotz des Zusammenschlusses wird es weiterhin sonntags in der Rut-Kirche und der Christuskirche Gottesdienste geben. Die Gemeindehäuser bleiben erhalten. Für eine längere Übergangszeit bleibe auch die Höhe der Zuweisung gleich, sagt Tag. Dem neuen Kirchenvorstand werden alle 19 bisherigen Mitglieder angehören, sowie Pfarrer Manfred Senft und Pfarrerin Andrea Schwarze.

Die beiden Gemeinden arbeiten schon stark zusammen, Schwarze ist zudem mit je einer halben Stelle für beide Gemeinden zuständig. Jedes zweite Wochenende übernimmt auch Senft den Gottesdienst in der Rut-Kirche.

Die Gemeinden hatten sich 1994 getrennt. Ziel der Abspaltung der Rut-Gemeinde war es damals, den Bedürfnissen der Menschen im neueren Teil des Gemeindegebiets stärker gerecht zu werden. Pfarrerin Susanne Lenz war zudem die interreligiöse Arbeit sehr wichtig.

Inzwischen seien alle Kirchengemeinden in Dietzenbach in diesem Bereich aktiv, sagt Jürgen Laube vom Kirchenvorstand der Rut-Gemeinde. Senft verweist auch auf den Dialog der christlichen Gemeinden, der türkischen und marokkanischen Moscheen und der Ahmadiyya-Gemeinde. Auch sonst hätten sich die noch getrennten Gemeinden wieder einander angenähert, sagt Senft.

Eine große Rolle für die Wiedervereinigung spielte auch die Personalsituation. Seit 2007 ist die Rut-Gemeinde nur noch mit einer halben Pfarrstelle besetzt, die Christuskirchen-Gemeinde seit Mai 2008 nur noch mit 1,5 Pfarrstellen. Deshalb entschlossen sich die Gemeinden, die länger vakante frühere Stelle von Pfarrerin Lenz gemeinsam auszuschreiben. Pfarrerin Schwarze trat sie am 1. Februar an. „Es war allen klar, dass es sonst kein Weiterkommen gibt“, sagt Laube.

Man dürfe die Fusion aber nicht auf die Personalsituation reduzieren, sagt Dekan Tag. Diese ergebe auch aus räumlichen, inhaltlichen und geschichtlichen Gründen Sinn. „Bei Widerstand wäre das Projekt nicht gelungen“, sagt er. Auch Pfarrer Senft betont, es gehe nicht in erster Linie ums Sparen. Schließlich erhalte man beide Gemeindehäuser. Die Fusion biete die Chance, Kräfte zu bündeln und gemeinsam neue Akzente zu setzen.

Die Kirchenvorstände informieren die Gemeinde am Sonntag, 12. September, im Anschluss an den Gottesdienst in der Rut-Kirche über Details der Fusion.

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