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Dietzenbach Damm soll Westend schützen

Der Spielplatz an der Kirchbornstraße wird verlegt. Die Stadt baut einen Damm, der die Anwohner im Westend vor Hochwasser schützen soll.

Der Spielplatz an der Kirchbornstraße ist bei den Dietzenbachern sehr beliebt. Doch die Geräte müssen im Winter weichen. Foto: Monika Müller

Nur noch einige Monate können Kinder auf dem Spielplatz an der Kirchbornstraße in Dietzenbach klettern, rutschen und schaukeln. Denn dort soll ein Damm von einem bis 1,40 Meter Höhe entstehen, der die Anwohner im Dietzenbacher Westend vor Überschwemmungen schützt.

Normalerweise ist die Bieber zwar auf dieser Höhe noch eher ein Rinnsal. Beim großen Hochwasser von 1981 wuchs der Bach, der bei Mühlheim in die Rodau fließt, allerdings auf fünf Meter Breite an. Wasser drang unter anderem in den Rathauskeller ein und beschädigte das Stadtarchiv.

In den Wohngebieten entlang der Bieber, besonders westlich der Frankfurter Straße, wurden Straßen, Keller und eine Tiefgarage innerhalb weniger Stunden überflutet, die Wiesen und Felder westlich von Dietzenbach verwandelten sich in einen großen See. Die Dietzenbacher sprachen von einem Jahrhundertereignis.

600 Meter Damm entlang der Kirchbornstraße, Regenrückhaltebecken unter dem bisherigen Spielplatz und im Hessentagspark sowie die naturnahe Gestaltung des Baches sollen helfen, solche Überschwemmungen zu vermeiden. Auf 2,5 Millionen Euro beziffert Holger Rietschek von der städtischen Tiefbauabteilung die Kosten. Der größere Teil entfalle auf die Arbeiten an der Kirchbornstraße. Dort wird laut Rietschek ein 70000 Kubikmeter großes Becken ausgehoben, das also bis zu 70 Millionen Liter Wasser fasst. 50 Millionen Liter wird das Becken im Hessentagspark aufnehmen können. Dort wird zudem der zwei Meter hohe Damm bis zum Rathaus erweitert.

Becken für den Hochwasserschutz gebe es bislang in Dietzenbach nur an der Nordweststraße, wo es Probleme mit Schichtenwasser gibt, an der Kläranlage sowie an der Waldstraße. Dort sei am Gehrengraben ein Becken als natürliche Mulde angelegt worden, sagt Rietschek.

Neuer Spielplatz wird kleiner

Ganz freiwillig zahlt die schon jetzt hoch verschuldete Kreisstadt die neuen Becken und Dämme gegen eine Bieberflut nicht. Das Darmstädter Regierungspräsidium hat ihr den Schutz vor Hochwasser aufgetragen. Fördermittel, zum Beispiel für die geplante Renaturierung eines Teilbereichs des Baches, kann die Stadt zwar beim Land beantragen. Doch für dieses sei die Unterstützung eine freiwillige Leistung, sagt Rietschek.

Die Beeinträchtigung für die Kinder, die gern auf dem Platz an der Kirchbornstraße spielen, versucht die Stadt laut Rietschek so gering wie möglich zu halten. Man plane, alle Geräte auf der anderen Straßenseite aufzubauen. Die dortige Wiese ist allerdings deutlich kleiner als der bisherige Spielplatz. Den bisherigen Platz könnten die Kinder noch die gesamte Saison nutzen, den neuen vom Frühjahr an.

Es sei schlecht möglich, die Geräte wieder auf dem bisherigen Gelände aufzubauen, sobald das Rückhaltebecken entstanden ist, sagt Rietschek. Solch ein Hü und Hott bedeute für die Stadt doppelte Kosten. Zudem werde das Areal durch den Damm deutlich kleiner. Und dieser sollte möglichst nicht als Spielgelände für Kinder dienen.

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