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Chefarzt der Asklepios-Klinik Optimismus treibt ihn an

Chefarzt der Asklepios-Klinik engagiert sich in Afghanistan

Ernst Hanisch bittet um Spenden für Waisen in Kabul. Konto 8280000, BLZ 37020500. Foto: Asklepios

Kabul, Herat, Duschanbe, Baku, Abu Dhabi – Orte, die die meisten Deutschen nur aus den Nachrichten kennen, sind für den Chefarzt der Asklepios-Klinik, Ernst Hanisch, Flugziele oder Umsteigeorte. „Als ich vor acht Jahren erstmals nach Afghanistan wollte, durfte die staatliche Fluglinie wegen Sicherheitsmängeln nicht nach Europa fliegen. Also musste ich in Istanbul umsteigen“, erinnert er sich. Afghanische Freunde hatten ihn auf Hilfe angesprochen. „Ich bin dann erstmal hingeflogen und habe gefragt, was überhaupt gebraucht wird“, sagt Hanisch.

Daraus sind mehrere Projekte in Kabul und Herat geworden. Hanisch arbeitet mit der medizinischen Fakultät in Herat zusammen, engagiert sich für ein Waisenhaus in Kabul, hält in Herat medizinische Vorlesungen und operiert dort zusammen mit afghanischen Kollegen. Auch für Patenschaften mit afghanischen Ärzteverbänden setzt er sich ein und vermittelt Kollegen Hospitanzen in Deutschland.

Derzeit liegt ihm vor allem das Waisenhausprojekt Paiwand-e-Noor (Quelle des Lichts) am Herzen. Am Rande Kabuls leben dort Mädchen und Jungen, die wegen Kriegsverletzungen oder Krankheiten körperlich behindert sind und in ihren Familien nicht ausreichend versorgt werden können. Sie erhalten medizinische Hilfe, schulische Ausbildung sowie handwerklichen Unterricht. Ziel ist, dass die Kinder künftig ihren Lebensunterhalt verdienen und sich so in die Gesellschaft integrieren können. 2011 haben drei das Abitur geschafft.

Abitur, Ausbildung – für uns normale Themen, im Zusammenhang mit Afghanistan außergewöhnlich. Zumindest in der hiesigen Wahrnehmung, die bestimmt wird durch militärische und Sicherheitsthemen. Für Hanisch eine eingeschränkte Sicht. „Das Bild, das wir haben, entspricht nicht dem, was dort passiert“, sagt der Mediziner, der jedes Jahr für zwei bis drei Wochen in das Land fliegt. Sicherheit ist schon ein Thema, „die Familie macht sich Sorgen, und alleine könnte ich mich dort nicht so bewegen wie ich es mit Hilfe afghanischer Freunde kann“, so Hanisch. Aber er glaubt nicht, dass die Taliban wieder die Macht übernehmen. „Was dort heute als Taliban agiert, sind ganz andere Gruppen als vor zehn Jahren. Die Menschen sind viel informierter, offener, die würden das nicht mehr mit sich machen lassen“, ist er überzeugt. Für seine Projekte ist er deshalb guter Hoffnung, insbesondere für die in Herat. Das Waisenhaus in Kabul sei bis 2013 finanziert, überwiegend von der Elase Kröner-Fresenius-Stiftung, die dafür 200000 Euro gegeben habe. Für die Zeit danach hofft Hanisch auf Spenden und Stiftungen. „Ohne Optimismus könnten sie dort überhaupt nichts machen.“

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