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Bahnhof Ober-Roden Freie Wähler sehen teure Fehler

Die Stadt hätte bereits 2007 wissen können, dass es am Bahnhof Ober-Roden Probleme mit belastetem Boden gibt, sagen die Freien Wähler. Ein Gutachten über mögliche Altlasten sei nicht genügend beachtet worden.

Auf dem früheren Gelände von Hitzel und Beck am Ober-Röder Bahnhof sollen Wohnungen entstehen. Foto: Sascha Rheker

Die Freien Wähler werfen dem Magistrat im Zusammenhang mit dem Kauf des Ober-Röder Bahnhofsgeländes von der Deutschen Bahn erneut Versäumnisse vor. Nach ihrer Ansicht hätte diese schon im Sommer 2007 ahnen können, dass es Probleme mit Bodenbelastungen und der Bodenbeschaffenheit gibt. Weil vor einigen Wochen bei Untersuchungen herauskam, dass Teile des Geländes mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen belastet sind, wird der Bau neuer Parkplätze und eines Radwegs nun 225000 Euro teurer als ursprünglich erhofft.

Hinweise, dass die Erkenntnisse nicht neu sind, entnehmen die Freien Wähler dem Gutachten, das die Stadt vor dem Kauf des Bahnhofsgeländes in Auftrag gab. Dort heißt es: „Das erbohrte Auffüllungsmaterial war ausgesprochen inhomogen. Ein eindeutiger Hinweis auf Schadstoffbelastungen, die eine Sanierung des Auffüllungsmaterials durch Aushub erforderlich machen würden, war nicht anzutreffen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass das Material für die geplante Folgenutzung nicht hinreichend verdichtungsfähig sein könnte.“

Es sei zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Bodenaushub belastet sei und damit nur eingeschränkt und mit erhöhten Kosten verwertet werden könne, hieß es in dem Bericht des Egelsbacher Büros für Hydro- und Umweltgeologie. Die Freien Wähler ärgert, dass der Magistrat trotz dieser Aussage, den Stadtverordneten 2007 vorschlug, auf die Festlegung zu verzichten, dass die Deutsche Bahn die Kosten für eventuelle Altlasten tragen müsse. Damals argumentierte der Magistrat, es gebe keinen Hinweis auf eventuelle Verunreinigungen oder Belastungen.

Bürgermeister äußert sich nicht

„Jetzt wissen wir, dass diese Aussage nicht den Tatsachen entsprach“, teilen die Freien Wähler mit und sprechen von einem sehr teuren Verzicht auf eine bereits erhaltene Zusage zugunsten der Bahn. Sie hätten den Eindruck, „dass die damals – und zum Teil noch heute – Verantwortlichen aus Verwaltung und Magistrat das letztlich von uns Bürgern finanzierte Gutachten entweder sehr selektiv oder gar nicht gelesen haben oder es nicht verstehen wollten oder konnten“. Auch dass CDU-Fraktionschef Michael Gensert jüngst im Handeln der Stadt kein Versäumnis erkennen wollte, sondern vom allgemeinen Lebensrisiko sprach, dass es eben gebe, wenn man Entscheidungen treffe, stößt bei den Freien Wählern auf scharfe Kritik. Solche Äußerungen zeigten, wie Rödermark unter der Führung seiner Partei in eine katastrophale finanzielle Lage gekommen sei.

Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) ließ gestern mitteilen, er werde sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Er habe alles zu dem Thema bereits in der vergangenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gesagt.

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