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Schulen in Hessen Lehrer protestieren in Rüsselsheim

Lehrer in Hessen wollen mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. In Rüsselsheim gehen Lehrkräfte dafür auf den Marktplatz. Heute geht der Protest in Offenbach und Wiesbaden weiter.

Lehrer in Hessen protestieren
Gebackener und gemalter Protest: Lehrer verteilen Weckmänner und formulieren Wünsche für eine „traumhafte Schule“. Foto: Michael Schick

Zum Auftakt einer Reihe mehrerer Aktionstage in Hessen haben am Dienstagnachmittag rund vier Dutzend Lehrerinnen und Lehrer auf dem Rüsselsheimer Marktplatz für mehr Geld sowie bessere Lern- und Arbeitsbedingungen protestiert. Zu der Protestaktion hatte der Kreisverband Groß-Gerau der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen. 

Pädagogen verschiedener Schulzweige berichteten auf einer kleinen Bühne direkt neben der Stadtkirche über die Situation an ihren Schulen. Ein Grußwort sprach auch Stefan Stein, der Vorsitzende des Kreiselternbeirats, der der Einschätzung von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) widersprach, dass bei der Versorgung der Schulen mit Lehrkräften alles in Ordnung sei. 

GEW-Kreisvorsitzender Harald Freiling berichtete von Unterrichtsausfällen und Personalproblemen. Freiling monierte, dass insbesondere bei den integrierten Gesamtschulen im Kreis Groß-Gerau der Anteil an befristeten Arbeitsverträgen mit etwa 30 Prozent viel zu hoch sei. Die von Kultusminister Lorz behauptete Überversorgung der Schulen mit Lehrkräften stünde „nur auf dem Papier“. Folgerichtig hatte die GEW an ihrem Infostand auch ein Banner mit der Aufschrift „Wir backen uns Lehrerinnen und Lehrer und malen uns eine traumhafte Schule“ aufgehängt. 

Extra für den Aktionstag hatten Lehrer der Beruflichen Schule Groß-Gerau einen Quark-Öl-Teig zubereitet. Der Teig wurde am Infostand zu Weckmännern geformt und diese dann in einem Ofen gebacken. Die so frisch zubereiteten Teig-Lehrer wurden anschließend an die vorbeikommenden Passanten verteilt.

Besonders bekenntnisfreudige Mitglieder der GEW waren an ihren schwarzen T-Shirts zu erkennen, auf denen der Satz „Bildung braucht bessere Bedingungen“ zu lesen war. Die Gewerkschaftsmitglieder forderten dazu auf, Wünsche für eine „traumhafte Schule“ auf Zetteln zu formulieren und diese an zwei Papphäusern zu befestigen. Auf den Zetteln wurden etwa „saubere Toiletten“, „keine Hausaufgaben“ oder eine „Schule ohne Noten“ gewünscht. Virgina Pförtsch von der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau hatte sogar eigens für den Aktionstag ein Gedicht verfasst, in dem sie ihre Vision einer Schule im Jahr 2030 beschrieb. In Reimform forderte sie mehr fest angestellte Lehrer, mehr Teamarbeit und kleinere Klassen.

Judith Mohl von der Waldenser-Schule in Walldorf schilderte im Gespräch mit der FR, dass der Anteil der Zeit für Konzeptarbeit, die Teilnahme an Dienstversammlungen, bürokratische Dokumentationen oder für Dienstversammlungen, Konferenzen sowie für Fach- und Arbeitsgruppensitzungen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sei. 

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