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Mörfelden-Walldorf Kein Zutritt zum See

Wegen Problemen im FKK-Bereich ist das Gelände für Besucher gesperrt. Die Schließung stößt auf Kritik.

09.09.2011 12:22
Ob und wann sich die Tore wieder öffnen, soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Foto: Timo Jaworr

Das Tor ist zu. Kein Griff, mit dem es zu öffnen wäre, ist montiert. Kein Schild bietet Informationen, warum der Eintritt zum Walldorfer Badesee verwehrt wird. „Eigentlich wollte ich gern schwimmen gehen“, sagt Gerhard Ulrich, der etwas ratlos vor der knapp zwei Meter hohen, stählernen Barriere steht.

Seit dem vergangenen Wochenende ist die Badesaison beendet. Aufgrund der wenig sommerlichen Wetterverhältnisse etwas früher als geplant. Normalerweise locken die sonnigen Stunden nach dem offiziellen Saisonende stets einige Leute wie Ulrich zum Schwimmen ins Wasser, zum Entspannen am Ufer oder einfach zu einem kurzen Rundgang um das Gewässer. Der See ist – nach Ende des Badebetriebs – schließlich ein schnell erreichbares Naherholungsgebiet.

In diesem Jahr ist das anders: Am Tor ist Schluss. Auf das Badesee-Areal kommt niemand, außer den Mitgliedern des Angelvereins, die einen Schlüssel für das Tor haben, dafür aber einen stattlichen Jahresbeitrag zahlen sowie einige Stunden Säuberungsdienst am Badesee leisten müssen. Für Besucher aus der Umgebung sei die Sperrung besonders ärgerlich, sagt Ulrich.

Noch am letzten Tag der offiziellen Saison habe er sich mit dem Mann am Kassenhäuschen unterhalten und dabei keinen Hinweis darauf bekommen, dass der See zum „Sperrgebiet“ werde, erzählt der verhinderte Schwimmer. „Hätte es entsprechende Informationen gegeben, hätten sich die Leute wenigstens darauf einrichten können.“

Manfred Dammel, Leiter des Sport- und Kulturamts, nennt den Grund für die Absperrung des Badesees. „Wir hatten während der Saison vermehrt Probleme mit Unsittlichkeiten im FKK-Bereich, und jetzt will sich diese Szene dort breitmachen“, sagt er.

Dies solle durch das Abschließen des Haupttors verhindert werden. Von selbst werde sich die Problematik wohl kaum lösen, vermutet Dammel. Eine mögliche Option, gezielt dagegen vorzugehen, sei es, den FKK-Bereich am Nordstrand des Sees abzuschaffen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren habe es die Problematik am Nordstrand gegeben. Dammel: „In diesem Jahr war es allerdings extrem. Einigen Leuten wurde auch Badeverbot erteilt.“ Bereits im Frühjahr, vor dem Beginn der Saison, habe es von Anglern und Mitgliedern der Interessengemeinschaft Rettungsdienst Hinweise über Unsittlichkeiten gegeben, weshalb das Areal schon zu diesem Zeitpunkt abgesperrt worden war.

Ob der Badesee bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist oder die Tore geschlossen bleiben, werde Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) voraussichtlich in den nächsten Tagen entscheiden, sagt Sport- und Kulturamtsleiter Dammel. (tij.)

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