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Groß-Gerau Tierpark Auflagen für den Tiergarten Fasanerie

In einem Brief, der an mehrere öffentliche Stellen im Kreis Groß-Gerau verteilt worden ist, erhebt ein unbekannter Verfasser Vorwürfe gegen den Tiergarten Groß-Gerau und seinen Leiter. Diese beziehen sich auf Betriebsführung und die Haltungsbedingungen für die Tiere.

08.08.2013 09:24
Ferkel sind süß. Aber der häufige Nachwuchs der Hängebauchschweine ist ein Problem. Foto: Cornelia Benz

In einem anonymen Brief, der an mehrere öffentliche Stellen im Kreis verteilt worden ist, erhebt ein unbekannter Verfasser Vorwürfe gegen den Tiergarten Groß-Gerau und seinen Leiter Stephan Müller. Diese beziehen sich auf Betriebsführung und Tierpflege, etwa die Haltungsbedingungen.

Eine Umgestaltung steht in dem Tierpark an der Fasanerie ohnehin an. Grund hierfür sind neben den Sturmschäden von 2011, für deren Beseitigung die Stadt Groß-Gerau laut Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) Geld im Haushalt bereitgestellt hat, auch Vorgaben des Denkmalschutzes. So darf sich beispielsweise das Wildkatzengehege nicht an die denkmalgeschützte Fasaneriemauer anlehnen.

Anonyme Vorwürfe

Anderer Handlungsbedarf ergibt sich aus dem Tierschutz, erklären Christian Schulze, Fachdienstleiter Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz in der Kreisverwaltung, und Fachgebietsleiterin Ingrid Müller.

Das Veterinäramt überprüft regelmäßig – etwa vier- bis sechsmal pro Jahr – die Haltungsbedingungen der verschiedenen Tierarten. In den vergangenen zwei Jahren seien die Mitarbeiter häufiger in der Fasanerie gewesen. Dabei geht es bei einem Besuch vielleicht nur um ein krankes Kaninchen, erläutert Müller. Zur regelmäßigen Kontrolle gebe es tierärztliche Untersuchungen, um die sich der Verein kümmern müsse. Stirbt ein Zootier, wird es obduziert. Dabei seien in der Vergangenheit immer mal wieder abgemagerte Tiere aufgefallen. Diese seien entweder krank oder mangelernährt gewesen – letzteres kam zum Beispiel Ende 2012 vor, berichtet Ingrid Müller. Daher habe der Tierpark die Auflage erhalten, seinen Futterplan zu aktualisieren. Aktuell forderte die Behörde den Tiergartenverein dazu auf, über eine Reduzierung des Tierbestands nachzudenken. Zum Beispiel, die wenigen Flamingos, die eigentlich in viel größeren Gruppen zusammenleben müssten, abzugeben. Gleiches gelte für die Laufvögel, „die in unseren Breitengeraden nicht gehalten werden sollten“, so Müller. Das Amt werde dem Tiergarten-Verein daher einen Vorschlag machen, wo die Laufvögel alternativ untergebracht werden können. Ein Problem seien auch die Hängebauchschweine, die sich zu stark vermehrten. Hier schlage das Veterinäramt vor, diese Tiere überhaupt nicht mehr im Tiergarten zu halten oder nur in stark reduzierter Form – mit kastrierten Männchen. Dies sei bereits mündlich verfügt.

Zudem müsse aktuell die Betriebserlaubnis erneuert und angepasst werden. Zu diesem Zweck habe die Behörde nun alle nötigen Unterlagen wie Tierbestandsliste, Gehege- und Unterständeplan, Flächenübersicht und Informationen über die Zuverlässigkeit des Personals angefordert.

Gespräch mit Leiter

Tiergartenleiter Stephan Müller hat nach eigener Auskunft den anonymen Brief an einen Rechtsanwalt übergeben – „um sich und den Tiergartenverein zu schützen“, wie Bürgermeister Sauer bestätigt. Es werde ein Gespräch mit dem Tiergartenleiter geben, um über die Vorwürfe und allgemein über die Zukunft der Einrichtung zu reden.

Die Stadt hilft nämlich nicht nur bei der Beseitigung der Sturmschäden, sondern finanziert auch Tierpfleger mit bis zu 68.000 Euro pro Jahr. Die Hauptlast der Weiterentwicklung im Tiergarten müsse allerdings beim Verein liegen, betont der Bürgermeister. In seinen Augen muss der Verein mehr Gesicht zeigen, besser über Finanzen und Aktivitäten informieren sowie die Umgestaltung des Tierparks eigenständig voranbringen. amt/gen

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