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Broschüre gegen Besäufnisse

Rüsselsheim Stadt gibt Dokumentation über "Sucht und Jugendliche" heraus

Betrunkene Jugendliche auf Plätzen und am Bahnhof, immer mehr junge Menschen, die mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden - Kommunen und soziale Träger stehen dem Problem oft hilflos gegenüber. Die Stadt Rüsselsheim gibt jetzt einen Erfahrungsbericht heraus, in dem Fachleute Erkenntnisse zu Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und Handlungsempfehlungen nachlesen können.

Die Dokumentation "Mitten im Leben statt voll daneben - Rüsselsheimer Suchtpräventionstage Jugend und Alkohol" schildert, wie sich die Rüsselsheimer in einer zehntägigen Veranstaltungsreihe im Oktober mit dem Thema beschäftigten.

Sie gibt wissenschaftliche Ergebnisse zum Verhalten der Teenies an die Hand, Anregungen für ähnliche Veranstaltungen und eine Liste mit allen Partnern, die sich an der Aktion beteiligt haben. Denn - auch das ist eine Erkenntnis - um Jugendliche von der Flasche wegzubekommen, braucht es viele Helfer. In Rüsselsheim etwa beteiligten sich neben der Polizei und den Schulen auch das GPR Klinikum, Vereine, der Sportbund, eine Fahrschule und die Kirche.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Sogar Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbands waren dabei, die angaben, bei ihren Mitgliedern verstärkt darauf zu achten, das Personal im Umgang mit Jugendlichen und Alkohol zu schulen und den Missbrauch einiger Gewerbetreibender umgehend den zuständigen Stellen zu melden. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen sei es schon vor den Präventionstagen gelungen, berichtet Bürgermeister Jo Dreiseitel (Bündnisgrüne), das einzige Lokal der Stadt, das Flatratesaufen anbot und für regelmäßige Besäufnisse Jugendlicher berüchtigt war, zu schließen.

Um das Thema nicht nur akademisch und mit erhobenem Zeigefinger anzugehen, gibt das Heft auch Tipps, wie Jugendliche mit Sportveranstaltungen oder Graffiti-Workshops für das Thema zu gewinnen sind.

Mit der Veranstaltungsreihe habe die Stadt den Anstoß gegeben, sagt Dreiseitel, "jetzt geben wir mit der Broschüre den Ball weiter an die Fachleute". Denn einmalige Suchtpräventionstage lösen das Problem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen nicht.

Karl-Martin Emmermacher, stellvertretender Jugendamtsleiter, setzt eher auf langfristige Prozesse, die von der Stadt unterstützt werden sollen. Das Jugendamt möchte sich auch weiterhin dem Thema Sucht widmen. In der zweiten Jahreshälfte starten Infotage zu Medien und ihren Gefahren.

Die Broschüre "Mitten im Leben - statt voll daneben" ist im Jugendamt in der Dammgasse 7, Rufnummer 06142/83 21 11, und beim Caritasverband in der Virchowstraße 23, Rufnummer 06142/409670, erhältlich.

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