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„Women in Exile“ in Oberursel Geflüchtete Frauen vernetzen sich

Die Initiative „Women in Exile“ macht in Oberursel Station und gibt geflüchteten Frauen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zum Vernetzen.

„Women in Exile“ in Oberursel. Foto: Monika Müller

Auf die schwierige Situation geflüchteter Frauen macht die Initiative „Women in Exile“ aufmerksam. Derzeit ist die Gruppe auf einer Tour durch Deutschland, gestern machten sie in Oberursel Station. Im „Café Portstrasse“ an der Hohemarkstraße wurde diskutiert, gemeinsam gespeist und – gelacht. Das Treffen dient der Vernetzung und der Information der Frauen, wie Refika Cömert und Amal Abdul erklären.

Cömert ist beim Refugee Café Oberursel engagiert, einer lokalen Begegnungs- und Anlaufstelle für Flüchtlinge. „Die Geflüchteten erleben Diskriminierung einerseits durch Auflagen und Gesetze, zusätzlich aber auch als Frauen“, betont Cömert.

Amal Abdul hebt eine der Hauptforderungen der „Women in Exile“ hervor: Geflüchtete Menschen generell nicht in Sammelunterkünften unterzubringen.

„Es gibt dort eigentlich keine Privatsphäre, und die Heimleiter lesen oft die an die Bewohner gerichteten Briefe“, sagt sie. Das gehöre zu den Erfahrungen, die sie selbst gemacht habe. Amal Abdul hat somalische Wurzeln und kam aus Saudi-Arabien nach Deutschland. Sie spricht zahlreiche Sprachen, neben Arabisch auch Deutsch und Englisch, und engagiert sich seit fünf Jahren unter anderem als Dolmetscherin bei der Gruppe.

Beim Treffen in Oberursel gehe es auch darum, dass die geflüchteten Frauen aus unterschiedlichen Städten sich untereinander vernetzen und austauschen können.

„Empowerment“-Workshop

Zudem wird ein „Empowerment“-Workshop abgehalten. Dabei geht es darum, sich gegenseitig zu bestärken und Selbstvertrauen zu entwickeln. Nicht den Mut zu verlieren, wenn man belästigt, bedrängt oder diskriminiert wird. „Eine wichtige Botschaft an die Frauen ist, dass sie nicht allein sind. Dass es viele gibt, denen es ähnlich geht“, sagt Abdul.

Auch ein Besuch bei der umstrittenen Sammelunterkunft an der Karl-Hermann-Flach-Straße stand gestern auf dem Programm. Das Containerlager ist geradezu berüchtigt für seinen schlechten Zustand, oft war es deshalb schon in den Schlagzeilen. Die schmutzigen Container sollen bald vollständig durch neue Quartiere ersetzt werden. Auch die sind allerdings als Sammelunterkünfte geplant. Ganz ohne Gemeinschaftsunterbringung geht es nach Darstellung des Hochtaunuskreises nicht, viel zu knapp sei dafür der zur Verfügung stehende Wohnraum rund um Frankfurt.

Die „Women in Exile“, im Jahr 2002 in Brandenburg gegründet, kritisieren, dass es bei der Unterbringung von Flüchtlingen mehr um „Isolation und Kontrolle“ der Menschen gehe als um deren Schutz. Untragbar sei es, dass jeder Besucher stets angemeldet werden müsse, und dass diese reglememtierten Besuchszeiten in aller Regel vor Mitternacht enden.

Die Bustour der Gruppe geht weiter. In dieser Woche halten die Busse noch in Köln, Osnabrück und Bielefeld. In zwei Wochen endet die Tour dann in Berlin.

Infos zur Tour gibt es online auf www.women-in-exile.net.

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