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Wehrheim Millionen fürs Munitions-Depot

Der Bund investiert kräftig ins Munitionsdepot zwischen Köppern und Wehrheim. Größter Brocken ist ein neues Verwaltungs- und Personalgebäude. Von Klaus Nissen

24.06.2010 00:06
Klaus Nissen
Das Munitionsdepot Köppern bei Wehrheim. Foto: FR/Müller

Der Bund investiert kräftig ins Munitionsdepot zwischen Köppern und Wehrheim. Das Personal soll von jetzt zehn Soldaten und 84 Zivilisten auf acht Soldaten und 117 Zivilisten aufgestockt werden. Baumaßnahmen im Umfang von 9,639 Millionen Euro plant das Verteidigungsministerium bis ins Jahr 2013.

Größter Brocken ist der im August 2011 beginnende Bau eines Verwaltungs- und Personalgebäudes für 2,74 Millionen Euro, antwortet das Ministerium auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Eine neue Heizung soll ab Herbst 2011 für 1,18 Millionen installiert werden.

Noch kein Baudatum gibt es für die 2,3 Millionen Euro teure Feuerwache. Sie soll mit 12 Angestellten besetzt werden. Bisher sind nur zwei Angestellte für den Brandschutz zuständig. Dass erst jetzt, nach jahrzehntelangem Umgang mit großen Munitionsmengen eine Feuerwache gebraucht werde, ist laut Ministerium Ergebnis einer "ganzheitlichen Bewertung des Gefährdungspotenzials" aus dem Jahr 2009.

Auf dem weitläufigen Gelände lagern zurzeit in 372 Betonbunkern 42870 Tonnen Munition. Davon sind 17660 Tonnen Altmunition, die unschädlich gemacht werden soll. Zum Arsenal gehören Minen, Artillerie- und Lenkraketen, Panzermunition und Sprengstoff. Nach dem Umbau werde die Lagerkapazität nicht erhöht, teilt das Ministerium mit.

Ein Katastrophenschutzplan sei "nicht erforderlich", heißt es im Schriftstück aus dem Hause Guttenberg. Gegen die Folgen eines Flugzeugabsturzes sei das Lager "weitestgehend geschützt". Die Munition sei so weit voneinander entfernt gelagert, dass es bei einer Detonation keine Kettenreaktion geben könne. Allerdings gebe es keinen absoluten Schutz gegen einen direkten Treffer durch eine Rakete.

Das Depot liefert auch Munition für die Kämpfe in Afghanistan aus, bestätigte das Ministerium auf die Frage des Linken-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke. Der nimmt alle Angaben zum Anlass, die Schließung des Depots zu fordern. Denn es ermögliche den grundgesetzwidrigen Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Außerdem habe die Regierung zugegeben, dass ein Schutz der Taunus-Bevölkerung vor den Folgen von Flugzeugabstürzen und Raketenangriffen nicht möglich sei.

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