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Volksbühne Bad Homburg Regisseur mit Stimme

Radio-Mann Rainer Maria Erhardt inszeniert zum dritten Mal eine Produktion der Volksbühne. In dem Stück "Zurück zum Happyend" geht es bis hinauf aufs Empire State Buidling. Von Olaf Velte

Rainer Maria Erhardt ist beruflich Radio-Mann und als Hobby Theater-Regisseur. Foto: FR/Müller

Die berühmte Stimme wird während der Aufführung nicht zu hören sein. Ihr Eigentümer überlässt die Bühne anderen Sprechern, die allerdings auch landesweit bekannt sind. Stefanie Mau und Olaf Pessler, die Hauptdarsteller der neuen Volksbühnen-Produktion, sind seit 20 Jahren für das ZDF tätig. "Die können mit der Stimme richtig gut umgehen", sagt Rainer Maria Ehrhardt, dem das berühmte Organ gehört und der zum dritten Mal Regie führt. Das Stück heißt "Zurück zum Happyend", eine Komödie von Frank Pinkus.

Der 1948 geborene Ehrhardt, seit zwei Jahren die "Stimme von Persil", war bereits zwischen 1971 und 1984 Mitglied des ältesten Homburger Theatervereins. Danach forderten Beruf und Familie die gesamte Schaffenskraft. Vor vier Jahren hat sich die Bühnenleidenschaft wieder Bahn gebrochen - seither konnte man den Mann mit der tiefen Stimme in neun verschiedenen Rollen erleben. Als Regisseur schlägt er neue Wege ein. In dem zweistündigen Lustspiel wird auf die Zurschaustellung eines "klassischen Wohnzimmers" verzichtet.

Schwierige Schwiegermutter

Die sieben Schauplätze, an denen sich die Geschichte eines Brautpaares abspielt, sollen von Bildprospekten markiert werden, die in die jeweiligen Szenen einschweben. Am Ende erscheint die Örtlichkeit auf dem Empire State Building als Video-Einspielung. Neben dem "Liebespaar" Mau und Pessler agiert das Volksbühnen-Urgestein Ingrid Petry als schwierige Schwiegermutter. 7500 Euro Produktionskosten sind für die Realisierung dieser "Entwicklungsgeschichte eines künftigen Ehemanns" veranschlagt. Immer wieder stelle sich die Frage, was zu spielen sei, sagt der gebürtige Bad Homburger Ehrhardt. "Ich mache immer Komödien, das fällt mir leicht." Ihn reizt die Probenarbeit, die schließlich in der Live-Präsentation endet: "Der Weg ist das Ziel." In zwei Jahren möchte der Besitzer eines Ton- und Videostudios ein Musical präsentieren. Die Vorbereitungen zu "Little Shop of Horrors" laufen schon.

Zu Beginn seiner Karriere stand die Musik: Mit seiner Funky Family landete Rainer Maria Ehrhardt zu Beginn der 70er Jahre den Diskotheken-Hit "Bump the bump". Vor kurzem hat sein ältester Sohn die französischen Dance-Charts mit einem selbstproduzierten Track gestürmt. In dem Friedrichsdorfer Wohnhaus befinden sich alle Gerätschaften, die der ehemalige HR-Sprecher für die Umsetzung seiner kreativen Ideen braucht. Seit einigen Jahren arbeitet er als freier Moderator und produziert Werbung. Seine Internet-Vermittlung WorldWideVoices hält Kontakt zu 1400 Sprechern in aller Welt. Dass sich der Mann mit der berühmten Stimme auch um die Marketing-Belange der Volksbühne kümmert, erscheint da selbstverständlich.

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