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U-Bahn Oberursel Hochbetrieb bremst U-Bahnen

Die U-Bahn macht nicht alle glücklich. Es gibt massenhaft Anregungen und Beschwerden von Bürgern zum Leistungsangebot der U3.

17.01.2013 22:28
Jürgen Streicher
Manchmal huscht die U3 schnell vorbei, oft ist sie zu spät. Das beklagen jedenfalls viele Fahrgäste. Foto: Michael Schick

Die U-Bahn macht nicht alle glücklich. Es gibt massenhaft Anregungen und Beschwerden von Bürgern zum Leistungsangebot der U3.

Die Beschwerden der Oberurseler U-Bahn-Nutzer kennt Michael Rüffer nur zu gut aus Erfahrung. Der bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) beschäftigte Diplom-Ingenieur ist Oberurseler, steigt meist an der Station Kupferhammer in die U3 und darf die Bahn ab und zu sogar selbst fahren. Im Rathaus-Sitzungssaal sollte er am Dienstagabend Anregungen und Beschwerden der ÖPNV-Nutzer aufnehmen und ihnen das komplizierte Konstrukt Nahverkehr in der Region mit Hintergrundinformationen erklären.

Als Fahrgast in der U-Bahn weiß Rüffer, wie mies es ist, wenn die elektronische Fahrgast-Information eine U3 in neun Minuten verspricht, dann in fünf oder drei Minuten, bis die Anzeige schließlich kurzfristig verschwindet, ehe die nächste Bahn angekündigt wird – in 21 Minuten. Die Bürger, die die Informationsveranstaltung von Stadt und VGF und einem Vertreter des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) auf dem Podium nutzen, um Ärger und Fragen zu formulieren, haben das alle schon erlebt – und sind ratlos und oft auch wütend auf die ÖPNV-Betreiber zurückgeblieben.

Viele Variablen

Ein „klassisches Problem“ nennt Rüffer das, die Beschriftung sei eine „Baustelle, da muss man ran“. Als zeitweiliger Fahrer und durch seinen Job Mitverantwortlicher für den Betrieb weiß er aber auch um das Problem, eine technische Panne oder einen Unfall in einem Punkt des Systems in eine für den Fahrgast sinnvolle und nutzbare Information umzusetzen. Viele Variablen kämen da ins Spiel, „Betriebsstörungen sind nicht kalkulierbar“, so der VGF-Experte. Verlässliche Zeitangaben seien kaum möglich.

Die Einführung der Riedberg-Linie hat die Planungsprobleme auf einer anderen Ebene extrem verstärkt. Bis zu 24 Fahrten pro Stunde müssen in Spitzenzeiten auf der Stamm- oder sogenannten A-Strecke bewältigt werden. Um 19 Prozent ist die Zahl der Fahrten auf über 400 pro Tag gestiegen, seit die U8 und die U9 integriert wurden.

Kleine Störung, große Wirkung

Von massiven „Störeinflüssen“ spricht Rüffer da, „damit haben wir zu kämpfen“. Jede kleine Störung kann sich empfindlich aufs ganze System auswirken. Die Strecke sei „unwahrscheinlich voll, vergleichbar mit der A5 am Morgen“. Die U3 werde aber nicht benachteiligt.

Ein wirklicher Trost ist das nicht für die leidgeplagten Nutzer der U3, die manchmal minutenlang sozusagen auf dem Abstellgleis stehen, wenn andere Linien im engen Geflecht Vorrang haben und der Plan eingehalten werden soll. Auch nicht, wenn Rüffer die Fahrer in Schutz nimmt, die am Bahnhof Oberursel nicht auf die verspätete S-Bahn aus Frankfurt warten, um deren Fahrgäste mit Richtung Hohemark mitzunehmen. Dann werde es nämlich mit dem Anschluss an die Busse von der Hohemark in den Taunus eng. So einfach und so schwer sei das, „einen Tod muss man sterben“.

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