Lade Inhalte...

Taunus-Therme Aus für Kinos in der Taunus-Therme

Mitte des Jahres werden die beiden Kinos Panda und Kaskade in der Taunus-Therme schließen. Das Bad hat den Pachtvertrag gekündigt, will aber versuchen, einen neuen Betreiber zu finden. Über die Gründe gehen die Aussagen auseinander.

Aus für die Kinos in der Taunus-Therme. Foto: Rolf Oeser

Wie es der Zufall will: „Wer’s glaubt, wird selig“ nennt sich ein Film, der morgen über die Leinwand in der Taunus-Therme flimmert. Und doch ist es wahr. Die seit über 30 Jahren bestehende Kino-Einheit Kaskade/Panda beendet ihr Programm Mitte des Jahres.

In der einstigen Kinostadt Bad Homburg wird es dann keine Möglichkeit mehr geben, sich den laufenden Bildern in geeigneter Umgebung hinzugeben.

„Mir wurde zu Ende Juni gekündigt“, sagt Betreiber Ulrich Aurass, der die Homburger Filmszene jahrzehntelang mitgeprägt hat. So war er auch für die letzte Ära des Kinos im Schwedenpfad („KiS“) verantwortlich. Zu den näheren Umständen der Vertragsauflösung möchte sich Hausherrin Christiane Bender nicht äußern, bedauert aber die Schließung. „Das war für unsere Besucher eine zusätzliche Attraktion“, so die Verwaltungsleiterin der Taunus-Therme. Mit dem Zustand der kleinen Kinos ist sie nicht zufrieden, spricht von „abgewetztem Mobiliar“ und Sanierungsbedarf. Auch sei die digitale Aufrüstung bisher ausgeblieben.

„Ich wollte digitalisieren“, sagt Aurass. Er weiß, dass es ohne Umstellung schwierig ist, an populäre Filme zu kommen. Doch das von der Stadt geplante „Move- and Groove-Center“ am Bahnhof lässt ihn zurückschrecken: „Diese Konkurrenz wäre zu mächtig.“ In der Vergangenheit habe er bereits viel Geld in das Lichtspielhaus gesteckt – „jetzt fehlen mir die finanziellen Mittel“. Auf rund 250000 Euro schätzt er die anfallenden Kosten. „Die Therme habe ich um Unterstützung gebeten – was aber abgelehnt wurde.“

Innerhalb der Badeanstalt spielten Panda und Kaskade von Anfang an eine wichtige Rolle: „Spannende Unterhaltung für Ihre Freizeit-Gestaltung“ heißt es auf der Thermen-Website. Bender spricht deshalb auch von einem „Verlust“. Aber auch davon, dass Aurass „nichts gemacht“ habe. Die Schließung soll nicht der Weisheit letzter Schluss sein: „Wir versuchen, einen neuen Betreiber zu finden.“

Ein Grund für die Unzufriedenheit dürfte auch in dem rückläufigen Besucheraufkommen zu sehen sein. „Zu wenig Gäste“, sagt Ulrich Aurass zu der Entwicklung in den vergangenen Jahren. Verantwortlich dafür sei auch das verhängte Rauchverbot: „Dies hat das Panda als Raucherkino voll getroffen.“

In Bad Soden musste der Kinomacher den Betrieb im Kur-Theater bereits Ende 2012 einstellen. „Der Hausbesitzer will dort jetzt selbst die Filme zeigen.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum