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Taunus-Gemeinden Taunus-Bewohner sind gesünder als Frankfurter

Wer im Tausnus lebt, ist weniger krank: Laut DAK-Gesundheitsreport ist der Krankenstand in den beiden Gemeinden Hochtaunus und Main-Taunus hessenweit am niedrigsten.

Taunus
Der Taunus: gute Luft, aber die Menschen dort leiden häufig an Schlafstörungen. Foto: Rolf Oeser

Ist es die gesunde Taunusluft? Oder der vergleichsweise hohe Wohlstand? Laut dem neuen DAK Gesundheitsreport jedenfalls haben die beiden benachbarten Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus im vergangenen Jahr die wenigsten Fehltage durch Krankheit in ganz Hessen verzeichnet.

Im Vergleich zu 2015 ist der Krankenstand in den Unternehmen danach um 0,3 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gesunken. Das heißt: Von 1000 Arbeitnehmern waren an jedem Tag des Jahres 33 krankgeschrieben. Damit liegen die beiden Taunus-Landkreise erstmals, wenn auch knapp, vor Frankfurt (3,4 Prozent). In den vergangenen Jahren seien die drei Kommunen noch gleichauf gewesen, erläuterte Erhard Waldmann vom DAK-Büro in Bad Homburg.

Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung dafür bietet der Gesundheitsreport nicht. „Wir können nur die statistischen Werte liefern“, sagt Waldmanns Kollege Oliver Amelung aus Hofheim. Möglicherweise liege es tatsächlich an der Sozialstruktur, vermutet Birgit Lindenthal, die als Amtsärztin für den Hochtaunuskreis zuständig ist. So gebe es in der Region vergleichsweise wenige produzierende Betriebe, was die Gefahr von Arbeitsunfällen verringere. Außerdem seien die Wege zum Arbeitsplatz etwas kürzer als für Pendler aus anderen Gegenden. Den höchsten Krankenstand hat der Gesundheitsreport im Landkreis Gießen mit 5 Prozent gemessen.

Aber auch im Taunus ist in Sachen Gesundheit nicht alles gut. So bleiben Muskel-Skelett-Erkrankungen mit knapp 20 Prozent die häufigste Ursache für Krankschreibung, dabei geht es vor allem um Rückenbeschwerden aller Art. Auf Platz zwei stehen Atemwegserkrankungen (18,9 Prozent), und Rang drei nehmen psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände ein (14,6 Prozent).

Sorgen macht den Krankenkassen-Vertretern zudem die starke Zunahme von Schlafproblemen, die der Gesundheitsreport gesondert untersucht hat. Danach ist die Zahl der Fehltage wegen Schlafmangels hessenweit zwischen 2005 und 2015 um 54 Prozent gestiegen.

Wobei sich die meisten Betroffenen erst gar nicht krankmelden, sondern versuchen, sich selbst zu kurieren. Was aber ein großer Fehler sein kann, wie Birgit Lindenthal warnt: „Wenn man zu lange wartet, wird es chronisch.“ Das gilt insbesondere für Menschen, die bereits an sogenannter Insomnie leiden, also mindestens dreimal pro Woche Einschlaf- und Durchschlafstörungen haben.

Besonders gefährdet sind Schichtarbeiter, aber auch Beschäftigte, die unter starkem Termin- und Leistungsdruck stehen. Allerdings trage auch das Freizeitverhalten zu den Schlafproblemen bei. „Viele Menschen haben nachts das Smartphone neben dem Bett liegen, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, schildert Erhard Waldmann.

Keine große Hilfe ist nach der Erfahrung von Amtsärztin Lindenthal die Einnahme von Medikamenten. Im Gegenteil: Bei regelmäßigem Gebrauch erzeugten sie einen Gewöhnungseffekt. „Ohne sie ist dann gar kein Schlaf mehr möglich.“

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