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Streit in Bad Homburg Kurdirektor in Bad Homburg fristlos entlassen

Der Verwaltungsrat der Kur- und Kongress GmbH wirft dem Bad Homburger Kurdirektor Ralf Wolter Pflichtverletzung vor. Wolter wehrt sich gegen den Vorwurf. Was seine Abberufung die Stadt kosten wird, ist unklar.

Bad Homburg
Der Bad Homburger Kurdirektor Ralf Wolter muss gehen. Foto: Michael Schick

Dass die Zeichen für den Bad Homburger Kurdirektor Ralf Wolter auf Abschied stehen, war schon seit einer Weile absehbar. Doch nun hat der Verwaltungsrat der Kur- und Kongress GmbH (KUR) mit einer außerordentlichen Kündigung die Entwicklung erheblich beschleunigt. 

In einer Sondersitzung hat das Aufsichtsgremium den 57-Jährigen am Dienstagabend mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der KUR abberufen. Gleichzeitig wurde der bisherige Prokurist Holger Reuter befristet bis zum 31. Dezember zum neuen Geschäftsführer bestellt. Das teilte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), der Verwaltungsratschef der KUR ist, gestern auf Anfrage mit. Weitere Auskünfte wollte er nicht geben.

Offener Brief an die Mitarbeiter

Derweil schreibt Ralf Wolter selbst in einem offenen Brief an die Mitarbeiter der KUR, der der FR vorliegt, von „Vorwürfen einer Pflichtverletzung“, die der Verwaltungsrat gegen ihn erhoben habe. Wolter bezeichnet diese jedoch „in jeder Beziehung als nachweislich haltlos“ und kündigt an, sie gegebenenfalls gerichtlich überprüfen zu lassen.

Dem Vernehmen nach geht es bei der monierten Pflichtverletzung um ein Rechtsgutachten, dass Wolter in eigener Sache auf Kosten der KUR in Auftrag gegeben haben soll. Hintergrund sind die Pläne der Stadt, die Vertragsverhältnisse mit ihrer wichtigsten Tochtergesellschaft neu zu regeln. Im Zuge dessen hätte Wolter als Mitarbeiter in die Stadtverwaltung integriert werden sollen. 

Im März hatte Ralf Wolter bereits die ordentliche Kündigung seines Vertrages erhalten, der noch eine Laufzeit bis 31. Januar 2019 hatte – offiziell, um die für die geplante Umstrukturierung nötige Vertragsänderung möglich zu machen. Denn ohne Kündigung hätte sich der Kontrakt bereits Ende März automatisch um fünf weitere Jahre zu den bisherigen Konditionen verlängert. 

Ralf Wolter war zehn Jahre lang Geschäftsführer der KUR. Für diese Zeit kann der 57-Jährige einiges an Erfolgen vorweisen, etwa den kniffligen Umbau des alten Bahnhofsgebäudes oder die positive Entwicklung der Reha-Klinik Dr. Baumstark und der Spielbank. Deswegen könne er auch nur „wenige inhaltliche oder qualitative Gründe“ für sein Aus als Kurdirektor erkennen, schreibt er an die Mitarbeiter.

Stattdessen ist es aus seiner Sicht das Ergebnis einer „politisch gewollten Entwicklung“. Die derzeitige Stadtregierung habe offenbar schon länger darauf abgezielt, ihn loszuwerden. Wobei die Differenzen keine parteipolitischen sind: Denn Wolter ist ebenso wie Oberbürgermeister Hetjes und Bürgermeister Meinhard Matern CDU-Mitglied. 

Dem Vernehmen nach gab es in den vergangenen Wochen Gespräche über eine gütliche Einigung, die jedoch an den finanziellen Vorstellungen beider Seiten gescheitert sind. Was die nun erfolgte Kündigung für die Stadt finanziell bedeutet, ist noch offen. Laut seinem Vertrag hätte Wolter ein Übergangsgeld von insgesamt rund einer Million Euro zugestanden. Hinzu wäre eine Abfindung von 275 000 Euro gekommen. Durch die fristlose Kündigung könnte das nun hinfällig sein.

 

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