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Streit in Bad Homburg Ex-Kurdirektor klagt gegen Kündigung

Der Streit um die Entlassung des Bad Homburger Kurdirektors Ralf Wolter landet vor Gericht. Wolter weist die Vorwürfe der Stadt, eine Kurhaus-Studie gestoppt zu haben, zurück.

Kurstadt Bad Homburg
Ralf Wolter war zehn Jahre lang Geschäftsführer der Kur-Gesellschaft. Foto: Michael Schick

Der Streit um die Entlassung von Kurdirektor Ralf Wolter landet vor dem Kadi. Das hat Wolter am Donnerstag in einer schriftlichen Stellungnahme mitgeteilt. Er gehe davon aus, „dass die von mir eingeleitete gerichtliche Überprüfung Klarheit in die gesamten Vorgänge bringen wird“, so Wolter. 

In der Stellungnahme wehrt er sich zudem gegen Vorwürfe, die Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gegen ihn erhoben hat. Hetjes hatte behauptet, Wolter habe die bereits im vergangenen Jahr angekündigte Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung des Kurhauses gestoppt, ohne dass er als Verwaltungsratsvorsitzender darüber informiert worden sei.

Diese Behauptung sei „nachweislich unzutreffend“, widerspricht Ralf Wolter. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Studie seien bis zu seinem Ausscheiden „in vollem Gang gewesen“. Und er habe auch niemals den zuständigen Mitarbeiter angewiesen, sie abzubrechen oder ruhen zu lassen. 

Stattdessen habe er selbst den Oberbürgermeister mehrfach darauf hingewiesen, dass die Ausschreibung erst erfolgen könne, wenn die Vergabeentscheidung des Projekts „Am Wasserturm“ erfolgt sei. Für das Projekt am Bahnhof, bei dem es unter anderem um ein Kinocenter geht, sei das gleiche Team der Kur- und Kongress-Gesellschaft zuständig gewesen, das sich auch um die Kurhaus-Studie kümmern sollte, was zu einer erheblichen Arbeitsbelastung geführt habe.

Darüber hinaus habe er im November und Dezember 2017 gemeinsam mit Hetjes Gespräche mit der Taunussparkasse und dem Maritim Hotel als Miteigentümern des Kurhauses geführt, in denen vereinbart worden sei, sich erneut im März 2018 zusammenzusetzen. Darüber gebe es auch ein von ihm und dem Oberbürgermeister gemeinsam unterzeichnetes Protokoll, betont Wolter. Zu den vereinbarten Gesprächen sei es allerdings nicht mehr gekommen, weil er zwischenzeitlich seine Kündigung erhalten habe. 

Hetjes wiederum bekräftigte im Gespräch mit der FR seine Aussagen im Stadtparlament. Der zuständige Mitarbeiter der Kur- und Kongress-Gesellschaft (KUR) habe ihm mitgeteilt, dass Wolter die Kurhaus-Studie gestoppt habe. Die FR konnte den Mitarbeiter gestern nicht erreichen. 

Einigermaßen verwirrend waren bereits die Umstände rund um die Entlassung Wolters als Geschäftsführer der KUR. So hatte er zunächst die fristgerechte Kündigung seines Vertrags erhalten, der Anfang 2019 ausgelaufen wäre. Die Verantwortlichen der Stadt begründeten das mit der Notwendigkeit, die Vertragsverhältnisse mit ihrer wichtigsten Tochtergesellschaft aus steuerrechtlichen Gründen neu zu regeln – und damit auch diejenigen des Kurdirektors. Ohne die Kündigung hätte sich dessen Vertrag bereits Ende März automatisch um fünf weitere Jahre zu den bisherigen Konditionen verlängert. 

Nur wenig später allerdings folgte die außerordentliche Kündigung. Anlass war dem Vernehmen nach ein Rechtsgutachten, das Ralf Wolter in eigener Sache auf Kosten der KUR in Auftrag gegeben haben soll. Wolter bestritt jedoch in einem Brief an die KUR-Mitarbeiter, der der FR vorliegt, dass er eine entsprechende Pflichtverletzung begangen habe. 
Aus seiner Sicht sind die Vorwürfe in Sachen Kurhaus-Studie nun ein weiterer Versuch des Oberbürgermeisters, „meine Arbeit in Bad Homburg im Nachhinein zu diskreditieren und vermeintliche Gründe für die von ihm betriebene Kündigung meines Angestelltenverhältnisses zu schaffen“. Wolter war zehn Jahre lang Bad Homburger Kurdirektor.

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