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Straßen-Projekt im Taunus Aus für die B8

Am Ende war die Einsicht parteiübergreifend: Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung beerdigen Politiker das umstrittene Straßen-Projekt im Taunus nach mehr als 40 Jahren. Von Peter Hanack

Die geplante Brücke über das Liederbachtal - und das Kelkheimer Kloster als Maßstab für die Höhe. Foto: Montage: Manfred Guder/BUND

Am Ende war die Einsicht parteiübergreifend: Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung haben die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen am Freitagnachmittag die Planungen für den Neubau der Bundesstraße 8 bei Königstein und Kelkheim begraben. Damit endet ein mehr als 40 Jahre währender Streit um eine Straße, die die einen als einzige Möglichkeit erachteten, die Einwohner weiter Teile Kelkheims und Königsteins vom Durchgangsverkehr zu entlasten - und andere als ein natur- und umweltverschlingendes Asphaltmonster bekämpften. Der Widerstand gegen die Straße hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Die Regionalversammlung folgte einem Beschlussvorschlag des Regierungspräsidenten von Darmstadt, Johannes Baron (FDP), der die Pläne für die B8 als "nicht raumverträglich" verworfen hatte. Die Entscheidung ist endgültig.

"Was lange währt, wird endlich gut", bilanzierte Albrecht Kündiger von der Unabhängigen Wählerinitiative Kelkheim (UKW) die Entscheidung. Die UKW ist aus dem Protest gegen den Straßenneubau hervorgegangen, Kündiger ist einer der engagiertesten Kämpfer gegen die B8 neu. Zugleich äußerte er "großen Respekt" vor Johannes Baron und Kelkheims Bürgermeister Thomas Horn (CDU). Baron habe als Erster Stadtrat Kelkheims für die B8 gefochten und habe sich von den Argumenten der Fachleute aus dem Regierungspräsidium überzeugen lassen. Horn folge der Einsicht, dass die B8 nicht zu verwirklichen sei - müsse aber nun zu Hause dazu stehen, dass die Kommune auf hohen Planungskosten sitzenbleibe (siehe Box).

Das Regierungspräsident hatte vor allem moniert, dass die B8 nicht die erwünschte Verkehrsentlastung bringe, Natur und Umwelt stark schädige und das Landschaftsbild beeinträchtige.

Horn beharrte zwar darauf, dass der Neubau alternativlos gewesen sei und den Verkehr innerorts um die Hälfte hätte senken können - räumte aber ein, dass die Argumente gegen die Straße gewichtig seien. Mit den Worten: "Die B8 ist versenkt", gab er sich geschlagen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) feierte die Entscheidung als einen Sieg der Vernunft. Eine Klage der SDW hatte 1987 den Bau der B8 gestoppt. Nach Einschätzung des BUND bekommt die Region mit der Entscheidung "ein Weihnachtsgeschenk". Die B8 hätte 30 Hektar Wald und im Braubachtal eines der beliebtesten Naherholungsgebiete zerstört.

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