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Schwanenteich Lennés Idylle ist zurück

Gewässer-Restaurierung in der Form von 1855 kostet 1,2 Millionen.

10.12.2011 19:54
Klaus Nissen

Die Kurpark-Enten haben endlich ihren Teich zurück. 19 Wasservögel schwammen gestern Mittag auf dem frisch sanierten Gewässer am Schwedenpfad. Sie vertraten bei der feierlichen Schwanenteich-Eröffnung das Tierreich. Die Kurkapelle spielte am Ufer die angejazzte Titelmelodie aus Tschaikowskis „Schwanensee“. Und der Oberbürgermeister hielt eine Rede. Auch er ist erleichtert. „Der Teich ist uns Homburgern ans Herz gewachsen“, sagte Michael Korwisi.

Vor einem Jahr war die Idylle in Gefahr. Das etwa 120 mal 20 Meter große Gewässer schrumpfte, weil die 1854 angelegte Ton-Abdichtung an den Rändern rissig war und Wasser versickerte. Der Kirdorfer Bach konnte bei Trockenheit nicht genug Nachschub liefern. Im Februar begann die Generalsanierung. Das Wasser wurde abgelassen, der Schlick abgebaggert. Die Ufer flachte eine Firma aus Sachsen-Anhalt ab und formte Buchten – so, wie sie der preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné vor 157 Jahren angelegt hatte.

Für die heutigen Einwohner Bad Homburgs ist der Teich in seiner Urform noch ein wenig fremd. Abgeräumt sind die Büsche und Bäume, die sich über Jahrzehnte am Ufer breitgemacht hatten. Nachgepflanzt sind nur ein knappes Dutzend Linden, Eschen und Eichen. Am Ablauf ließ die Kur- und Kongress-GmbH wie einst bei Lenné eine Felslandschaft aus Taunusquarzit installieren. Der Rundweg bekam neue Bänke und einen festeren Feinkies-Belag, der Rollstühlen und Kinderwagen weniger Widerstand entgegensetzt. Wenn er sich bewährt, soll er bald alle Wege im gesamten Kurpark bedecken. Die Gesamt-Renovierung kostete 1,2 Millionen, so Michael Korwisi.

Dabei wird es nicht bleiben. Man dürfe die Kurparkanlagen nicht mehr verfallen lassen, mahnte Kurdirektor Ralf Wolter. Für März oder April kündigte OB Korwisi das seit langem überfällige Kurpark-Pflegewerk an. Darin wird zum Beispiel stehen, wo Wildwuchs wuchert und wo neue Bäume gepflanzt werden müssen. Seit dem zweiten Weltkrieg gab es laut Korwisi keine Beförsterung des 2100 Bäume zählenden Kurparks mehr.

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