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Schulen in Hessen Schüler in Bad Homburg testen Teamfähigkeit

Die Schüler der Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg (Hochtaunus) machen in Kooperation mit der Sportjugend Hessen einen Teamday. Ziel ist, dass möglichst viel Schüler miteinander ins Gespräch kommen.

Schule in Bad Homburg
Frohe Gesichter, wenn ein Schulkamerad durch ein Gummi-Spinnennetz gehievt wird. Foto: Monika Müller

„Unsere Klasse ist manchmal ein bisschen schwierig“, gibt Bianca zu – und die Mitschülerinnen, die neben ihr stehen, nicken bestätigend. Doch davon sei diesmal nicht viel zu merken gewesen. „Wir haben alle zusammengehalten“, freut sich Bianca. 

Und auch Lehrer Markus Beckert ist zufrieden. Deutlich unter der geforderten Zeit haben die Neuntklässler es geschafft, auf einer wackligen Plastikplane ein Glas Wasser über einen komplizierten Parcours zu tragen, ohne etwas davon zu verschütten. „Das geht nur mit guter Kommunikation“, sagt Beckert. 

Und indem sich alle auf ein gemeinsames Ziel konzentrieren. Das zu erreichen, war das Ziel des Teamdays, den die Sportjugend Hessen am Donnerstag an der Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg ausgerichtet hat. An 40 Stationen konnten die knapp 900 Schülerinnen und Schüler sich sportlich betätigen und gemeinsam Geschicklichkeitsaufgaben lösen. 

Etwa im „Labyrinth“, wo die Schüler sich im Stil von „Mission Impossible“ durch erleuchtete Schnüre in einem dunklen Kellerraum schlängeln und Teile eines Puzzles aufsammeln mussten, oder bei der Station „Schiffbruch“, an der es darum ging, mit verbunden Augen gemeinsam ein Seil zu einem Quadrat zu formen. 

„Die Schüler sollen möglichst viel miteinander reden“, sagt Tim Döring vom Sportjugendring. Ziel sei es, mit dem Aktionstag einen Impuls zu setzen, der sich auch auf den Unterrichtsalltag auswirkt. 

Sportlehrerin Conny Horas, die den Teamday maßgeblich mitorganisiert hat, ist vor allem angetan von der Konzentration, die die Schüler bei den verschiedenen Übungen aufbringen. Klarer Beleg: „Nur wenige spielen mit dem Handy.“ 

Man tue aber auch im Alltag einiges, um die Teamfähigkeit der Schüler zu stärken, betont Horas. So gebe es in der fünften Klasse den obligatorischen Kurs „Ich bin ich“. Außerdem werde der Unterricht oft in Projekten angelegt. „Da ist ebenfalls Zusammenarbeit nötig“, sagt Direktorin Ursula Hartmann-Brichta. 

Der Teamday sei vor allem deshalb wichtig, weil bei den Übungen oft andere Fähigkeiten nötig seien als im herkömmlichen Unterricht. „Das tut dem Klassenklima unglaublich gut“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Gärtner. 

Sie räumt ein, dass die GaG eine „besondere Klientel“ habe. Von manchen Bad Homburgern wird die Gesamtschule im Stadtteil Kirdorf etwas von oben herab beäugt; Eltern, die etwas auf sich halten, schicken ihre Kinder in der Regel lieber an die Humboldtschule oder das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. „Wir haben hier den Querschnitt der Gesellschaft“, sagt Ursula Hartmann-Brichta.

Damit gehe man jedoch offen und bewusst um, betont Kerstin Gärtner. So seien die Lehrer an der Gesamtschule nicht mehr die klassischen Einzelkämpfer. In schwierigen Klassen arbeite man intensiv mit Sozialpädagogen zusammen. Dabei gehe es auch darum, manchen Schülern klare Grenzen aufzuzeigen. 

Das ist beim Teamday allerdings nur selten nötig. Wobei der auch die eine oder andere spektakuläre Einzelerfahrung bietet. Mutige können sich an einem Seil aus dem zweiten Stockwerk des Hauptgebäudes herunterlassen – andere ihre Fähigkeiten bei Sportarten wie Baseball oder Rugby testen. 

Am Basketballkorb wartet mit Cosmo Grühn von den Frankfurt Skyliners sogar ein Jugendnationalspieler und verteilt T-Shirts an die erfolgreichen Werfer. Er sei sehr gern gekommen, um die Sportjugend zu unterstützen, sagt der 20-Jährige – schließlich habe er bei der Organisation ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. 

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