Lade Inhalte...

Schulen in Hessen Eine smarte Schule

Die Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf (Hochtaunus) ist beim Thema Digitalisierung schon weiter als viele andere Einrichtungen. Die Verantwortlichen weisen aber auch auf die Gefahren hin.

Philipp-Reis-Schule
Das Smartboard hat an der PRS schon lange die Tafeln ersetzt. Foto: Rolf Oeser

Die Kreidezeit ist an der Philipp-Reis-Schule (PRS) bereits vor sechs Jahren zu Ende gegangen. Seit dem Umzug in den Neubau an der Färberstraße hängen in allen Unterrichtsräumen der kooperativen Gesamtschule ausschließlich digitale Tafeln, sogenannte Smart Boards.

Eine prima Sache, wie Biologielehrer Martin Sennlaub findet, der auch Mitglied im IT-Team der Schule ist. So sei es nun möglich, gemeinsam mit den Schülern digitale Grafiken zu erstellen, etwa ein Modell zum Zellzyklus. Das Smart Board bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Filme oder Animationen einzuspielen. Ja, die Schüler könnten sogar eigene Zeichnungen oder Texte mit dem Smartphone abfotografieren und auf die Tafel projizieren, ergänzt Sennlaubs Kollege Christian Mehler.

Die Umstellung sei nicht ganz leicht gewesen, räumt Sennlaub ein. Interne Schulungen hätten aber allen Kollegen das nötige Rüstzeug vermittelt. „Wir haben ein IT-affines Kollegium“, sagt Schulleiterin Ellen Kaps. Die Lehrer könnten aber selbst entscheiden, wie intensiv sie die digitalen Möglichkeiten nutzen. Wer möchte, könne das schlaue Board auch weiterhin nur als Schreibfläche verwenden – dann eben mit Stift statt Kreide.

Kaps ist es wichtig zu betonen, dass an der PRS auch die traditionellen Medien weiterhin einen großen Stellenwert besitzen. Und auch die Probleme der schönen neuen Digitalwelt werden nicht ausgeblendet. So sprechen ältere Schüler als Media-Coaches mit den Fünft- und Sechstklässlern über die Gefahren von Internet und Cybermobbing. Und auch für die Eltern der Einstiegsklassen gibt es Info-Abende zum Thema.

Quasi als Ausgleich für die zusätzlichen Möglichkeiten im Unterricht herrscht ansonsten an der PRS ein Handyverbot. „Ich möchte in der Pause nicht nur Schüler sehen, die nebeneinander sitzen und auf ihre Handys schauen“, sagt Kaps.

Eine pädagogische Maßnahme, die nicht allen schmeckt. „Es gibt unterschiedliche Ansichten dazu“, sagt Schülersprecherin Cora Boron. Sie persönlich finde das Verbot aber gut. Auch sie müsse nicht den ganzen Tag am Handy hängen. Was den Einsatz der digitalen Technik im Unterricht angeht, ist Boron insgesamt sehr angetan. Mit den Smart Boards könne man „super arbeiten“. Und auch ansonsten biete der Einsatz digitaler Medien an der PRS viele Vorteile für die Schüler, etwa was das Lernen zu Hause angeht.

Über die pädagogische Informationsplattform „LANiS“ können sie Unterrichtsmaterialien und -pläne abrufen – als Vorbereitung für Arbeiten oder wenn sie eine Stunde wegen Krankheit verpasst haben. Außerdem haben Lehrer und Schüler die Möglichkeit, ihre persönlichen Stundenpläne einzusehen, mit aktuellen Einträgen etwa zu Vertretungsstunden.

Auf die Plattform könne man mit persönlichem Passwort von jedem möglichen Gerät aus zugreifen, erläutert Informatik-Lehrer Christian Mehler. Dabei bekomme jeder nur die Termine angezeigt, die für ihn relevant sind. Aus Sicherheitsgründen seien die Daten zudem mehrfach verschlüsselt. Ziel sei es, dass künftig auch die Eltern auf die Plattform zugreifen können. „Wir gehen dabei aber nur schrittweise vor“, sagte Mehler. Aktuell laufe eine Versuchsphase mit den Eltern aus drei Klassen.

Das seien „sehr lehrreiche Einblicke“ gewesen, sagte die Staatssekretärin im Hessischen Umweltministerium, Beatrix Trappeser, nachdem sie die PRS am Donnerstag gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Elke Barth (SPD) besucht hatte.

Schulleiterin Kaps nutzte die Gelegenheit, um einen dringenden Wunsch an die Politik loszuwerden. So sei die neue Technik leider nicht immer störungsfrei, sagte sie. Bislang sorge in der Regel das schuleigene IT-Team dafür, dass sie wieder ins Laufen komme. Da es sich dabei aber um Lehrer handle, komme dann gelegentlich deren eigener Unterricht zu kurz, bemängelte Kaps. Deswegen wäre es gerade an einer so großen Schule wie der PRS wichtig, eine feste Stelle für einen IT-Techniker einzurichten, der sich ausschließlich um das digitale Equipment kümmern könne.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen