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Saalburgpreis Lob für Königsteiner Burgverein

Als „eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens“ ist der Burgverein beim Jahresempfang des Hochtaunuskreises ausgezeichnet worden. Der Förderpreis ging an eine Arbeitsgruppe des Gymnasiums Oberursel.

Preisträger: Burgverein mit Vorstand und Hoheiten. Foto: Renate Hoyer

Sowohl das Burgfest in Königstein als auch der Jahresempfang des Hochtaunuskreises bieten Gelegenheit zu Austausch und Kurzweil. Da beide Veranstaltungen in diesem Jahr am selben Wochenende stattfinden, können einige Personen mit gutem Stehvermögen punkten.

Zum Beispiel Leonhard Helm, Bürgermeister von Königstein. Im Ornat eines höfischen Edelmannes betritt er nach zwei Tagen Stadtfest die Große Halle der Saalburg und findet sich umgeben von dunklen Anzügen und dezent gemusterten Krawatten. Den Waffenrock darf Helm jedoch mit berechtigtem Stolz tragen: In seinem Gefolge kommt Burgfräulein Carolin I. samt Junker Robin – aufs Schönste gewandet und bereit, den diesjährigen Saalburgpreis in Empfang zu nehmen.

Bevor Urkunden und Medaillen verliehen werden, hat traditionell der amtierende Landrat das Wort. Ulrich Krebs (CDU) schlägt innerhalb von vierzig Minuten den Bogen vom Saalburg-Bau vor über hundert Jahren zu Klinik-Moderne und Neiddebatte. Dass im „privilegierten Landstrich“ des Hochtaunus mittlerweile von defizitären Haushalten und Sparzwängen die Rede ist, wird keineswegs verschwiegen. „Als Kämmerer frage ich mich, wie viel wir uns noch leisten können“.

Streit hat dem Gemeinwohl zu dienen

In der politischen Kultur, so Krebs, sei ein Wandel vonnöten. Statt „Anspruchsdenken“ müsse ein „Miteinander“ Einzug halten. „Jeder Streit hat dem Gemeinwohl zu dienen“. Ein Gemeinwohl, das stärker als je zuvor auf die Kraft des Ehrenamtes setzt. Womit der Königsteiner Burgverein aufgerufen ist. Als „eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens“ leistet er mehr als nur die Organisation des Heimatfestes.

Bertram Huke, einst Stadtoberhaupt, lässt die Historie des Vereins abrollen: Was 1951 mit dem ersten Burgfest begonnen habe, bilde heute einen „Dreiklang aus Regionalbewusstsein, Denkmalschutz und Geschichtsforschung“. Was der Vorstand hier schultere, sei ehrenamtliches Engagement par excellence. Applaus brandet auf, als der Laudator die Burgfest-Sicherheitsbestimmungen thematisiert. „Überbordende Auflagen“ des Kreises würden die Durchführung immer schwieriger machen.

Kreative Annäherung

Den Förderpreis 2013 bekommt eine Arbeitsgruppe des Gymnasiums Oberursel. In Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und Historiker Manfred Kopp befassten sich 22 Oberstufenschüler eine Woche lang mit der wechselvollen Geschichte des im Oberurseler Norden gelegenen Camp King. In kreativer Annäherung sollte besonders die „historische Dimension“ der sanierungsbedürftigen Mountain Lodge festgehalten werden. Das „Gedächtnis des Gebäudes“ wurde schließlich aktiviert mit Hilfe von Filmprojektion, Geräuschkammer und Schrift. Kunstlehrerin Inez Wagner resümiert mit einem der denkwürdigsten Sätze des morgendlichen Jahresempfangs: „Bildung muss Produktion sein“.

Als der Landrat zum Schlusswort anhebt und auf den Imbiss hinweist, setzt der Regen ein. Längst hat sich Leonhard Helm wieder auf die Reise begeben. Gezeichnet von harten Tagen eilt er zurück in die Heimatstadt, wo sich kostümierte Heerscharen schon zum Festzug sammeln.

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