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Putter's Paradise in Oberursel Minigolf-Anlage im Test

Minigolf ist beliebt – heute wie vor 50 Jahren. Während viele Bahnen den Charme vergangener Zeiten versprühen, eröffnen andernorts neue, moderne Anlagen. Aber sind sie wirklich besser? Ein Test.

Minigolf in Oberursel
Auch Reinspringen wäre bei den Temperaturen verlockend: Die FR-Tester Lola und Luke fischen im „Putter’s Paradise“ einen fehlgeleiteten Ball aus dem Bachlauf. Foto: Clemens Dörrenberg

Bloß nicht auf die Bahn treten: Eine eiserne Regel des klassischen Minigolf-Sports ist bei der abenteuerlichen Variante „Adventure Golf“ in Oberursel ins Gegenteil verkehrt. Bei „Putter’s Paradise“ sind die Bahnen aus Kunstrasen so gestaltet, dass die Spieler nur darauf stehend die Bälle Richtung Loch befördern können. 

Nach einer Aufwärmrunde auf einem Übungsfeld, bei dem das einfache Putten, also kurze Schläge zum Einlochen, geübt wird, geht es mit den jungen Minigolf-Experten Lola und Luke zu Bahn eins. Einem Teppich gleich, sind die Bahnen aus künstlichem Grün an das „große“ Golf auf echtem, kurz gestutztem Gras angelehnt. Insgesamt wirkt die Anlage mit Restaurant und einer Tennis- sowie Badmintonhalle wie eine Mischung aus komprimierter Golf-Anlage und luxuriösem Minigolf-Parcours. Wenig erinnert an in die Jahre gekommene Anlagen, wie es sie vielerorts gibt: mit Bahnen, die aus Betonplatten zusammengesetzt sind, deren Risse und Unebenheiten bei dem Geduldsspiel zu zusätzlicher Verzweiflung führen können. Auch Laub und andere Hindernisse fehlen in Oberursel auf dem Weg zum Loch. 

Einigen Kummer können aber auch die Bahnen mit dem englisch anmutenden Rasen verursachen, weil hier – allerdings bewusst – fiese Bodenwellen eingebaut sind, die den Spielern einiges abverlangen. Schnell ist den Geschwistern Lola und Luke klar: Das wird kein einfacher Parcours. Heiße Temperaturen und wenig Schatten erschweren das Spiel. Ein Vorteil ist, dass bei der Hitze nur wenige andere Spieler unterwegs sind, so dass kein Stau an den Bahnen entsteht.

In klassischer Zählweise wie beim Minigolf erhält der elfjährige Luke zum Start die Höchstzahl an Schlägen eingetragen: Sechs vergebliche Versuche hat er gebraucht, sieben werden von seiner Schwester notiert, die akribisch Buch führt. „Das ist nicht mein Sport“, entfährt es ihm. Auch die Erwachsenen straucheln. Das Schicksal der höchstmöglichen Zahl an Schlägen wird später alle vier Spieler noch einige Male ereilen.

An den Ständern, wo der Notizblock an jeder der 17 Bahnen abgelegt werden kann, ist ein Umriss der jeweiligen Bahn abgebildet und eine gestrichelte sowie eine durchgezogene Linie vom Startpunkt bis zum Loch gezeichnet. Die gestrichelte Linie beschreibt einen leichteren Weg und ist für Kinder gedacht. Lola und Luke wollen aber unbedingt die Routen der Erwachsenen spielen, damit am Ende die Ergebnisse nicht verzerrt sind: „Wenn Luke gewinnen würde, wäre sein Kurs sonst viel leichter gewesen“, sagt die 13-jährige Lola – nachvollziehbar.

Trotz einiger spektakulärer Bahnen durch einen Bachlauf und eine hölzerne Wassermühle, bei der mit einem Kescher fehlgeleitete Bälle herausgefischt werden können, bevorzugen die jungen Minigolfer doch die klassischen Anlagen, berichten sie im Anschluss an das Spiel – und verraten ihre Favoriten: Ihre Lieblingsanlage ist im Mainzer Volkspark, nicht weit vom Rheinufer entfernt. Die Macher seien „lustig und nett und sehr stolz auf ihre Bahnen“. Gegen verschmutzte Spielflächen rückt sofort ein Mitarbeiter mit Laubsauger an. Die Düse in der Hand, das Gerät auf dem Rücken, erinnerte er die Geschwister ein bisschen an die Filmhelden der „Ghostbusters“. Besondere Highlights: Der letzte Ball an Bahn 18 wird direkt zurück in den Kiosk geschlagen, wo die Bälle und Schläger ausgegeben und die Besucher mit Tee und Eis versorgt werden. An den Schlägergriffen gibt es eine Mulde, mit der die Bälle bequem aus dem Loch oder Gebüsch gefischt werden können.

Ein weiterer Favorit von Lola und Luke ist „Minigolf an der Nidda“. Am südlichen Zipfel des Stadtteils Heddernheim, an der Hadrianstraße 50, wird umgeben von hohen Tannen gegolft, wodurch es im Sommer schattig ist. Der Nachteil sei, dass häufig Laub und Tannenzapfen auf den Bahnen landeten, wie die jungen Tester berichten. Großer Pluspunkt der 18-Loch-Anlage ist, dass einige Bahnen doppelt vorhanden sind, so dass an belebten Tagen weniger Stau an den einzelnen Stationen entsteht. Außerdem kann man aus der näheren Umgebung bequem an der Nidda entlang mit dem Rad anreisen. 

Zuletzt empfehlen die beiden noch „Minigolf am Oberwaldhaus“ vor den Toren Darmstadts. Mitten im Wald gelegen, bietet die Anlage 18 Bahnen, eine Gaststätte sowie Rudern und Tretbootfahren auf dem Steinbrücker Teich. Bei der Schläger-Ausgabe gibt es einen kleinen Kiosk. Stilmäßig steht hier Minigolf alter Schule im Mittelpunkt: betonierte Bahnen, altbekannte Hindernisse – wie durch Zylinder hindurch oder in ein hängendes Netz hinein, in das der Golfball über eine Rampe geschlagen wird.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ferien zu Hause

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