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Oberursel Wohnen zwischen Bahngleisen

Rund 100 Wohnungen könnten am Oberurseler Bahnhof entstehen. Die Stadt sucht nun Investoren, die dafür Konzepte liefern.

Platz vor dem Bahnhof in Oberursel
Nassauer Straße in Oberursel: Wer möchte hier wohnen? Foto: Monika Müller

Eines kann man nicht abstreiten: Die Verkehrsanbindung ist nahezu optimal. Direkt am Bahnhof, mitten zwischen S- und U-Bahngleisen, soll nach dem Willen der Stadt Oberursel auf einem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück ein Wohn- und Geschäftskomplex entstehen.

Laut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sind auf dem sichelförmigen Areal etwa 100 Wohneinheiten vorstellbar, allerdings nicht unbedingt herkömmliche Familiendomizile, sondern eher „Sonderformen“. In der entsprechenden Magistratsvorlage ist die Rede von Mikroappartements für Studierende und Auszubildende oder ein Boardinghaus für temporäres Wohnen.

Die schwarz-rote Koalition hat nun mit Zustimmung von FDP und AfD einen Bebauungsplan für das Grundstück auf den Weg gebracht. Derzeit ist es zum Teil noch für den „Schienenverkehr“ sowie als Mischgebiet vorgesehen.

Grundstück gehört derzeit noch der Stadt

Vorstellbar sei eine dreigeschossige Bebauung mit Staffelgeschoss im vorderen und mittleren Teil des Grundstücks und vier Geschosse plus Staffelgeschoss im hinteren Bereich. Das Ganze werde wohl eher auf „ein Ensemble aus verschiedenen Gebäuden“ herauslaufen als auf einen geschlossenen Block, erklärte Brum. Schließlich soll über das Gelände auch noch ein Radweg führen.

Bislang sei der Prozess aber noch ganz am Anfang, betont der Bürgermeister. Die Details möchte die Stadt auch nicht selbst erarbeiten. Stattdessen soll der Bebauungsplanentwurf die Grundlage für eine sogenannte Konzeptausschreibung bilden. Dabei sollen interessierte Investoren ihre Vorstellungen für das Grundstück präsentieren. „Wir wollen nicht den allerhöchsten Preis durch die allerhöchste Ausnutzung erzielen“, kündigt Brum an. Den Zuschlag erhalte derjenige, der die überzeugendsten Ideen liefere. Dazu gehört auch ein Verkehrskonzept.

Das Grundstück zwischen den Bahngleisen gehört derzeit noch der Stadt und ihrer Tochter, der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Oberursel (Sewo). SPD-Fraktionschef Eggert Winter räumt ein, dass es sich „um ein ausgesprochen schwieriges Gelände“ handle. Am Rande des Plangebiets befindet sich zudem ein denkmalgeschütztes Stellwerkgebäude. Die Politik zerbricht sich schon seit einigen Jahren den Kopf, was sie mit dem Areal anfangen könnte. Im Gespräch waren etwa ein Ärztehaus oder eine gewerbliche Nutzung mit einer Oldtimer-Garage.

Nun also ein Wohn- und Geschäftskomplex. Grundsätzlich könne auch seine Partei mit dieser Vorstellung leben, sagt Frank Böhme (Grüne). Allerdings sei das Verfahren problematisch. Das sieht auch die OBG so. „Das ist der zweite Schritt vor dem ersten“, moniert deren Fraktionsvorsitzender Georg Braun. Schließlich fehle noch immer eine Entscheidung über die Verkehrsregelung rund um den Bahnhof.

Weniger umstritten sind die Pläne der Sewo, auf einem benachbarten Grundstück auf der anderen Seite der S-Bahn-Gleise ein weiteres Wohngebäude mit bis zu 15 Einheiten zu errichten. Hierfür gab es im Parlament einstimmig grünes Licht.

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