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Oberursel Verdächtiger schweigt zu Messerattacke

71-Jähriger verletzt Ex-Frau schwer / Kripo prüft Zusammenhang mit Mord an Schwiegermutter

10.01.2012 01:44
Anton J. Seib

Die Polizei prüft, ob es zwischen der Messerattacke auf eine 53 Jahre alte Frau in Oberursel und dem Mord an deren Mutter im Juli 2011 einen Zusammenhang gibt. „Wir ermitteln auch in dieser Richtung, haben aber noch keinen Tatverdacht“, sagte gestern die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. Im Verdacht steht der Ex-Ehemann der 53-Jährigen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Frau war nach Erkenntnissen der Ermittler am Samstag gegen 18.15 Uhr auf dem Weg von einem Einkaufsmarkt zu ihrer Wohnung. Dabei sei sie von dem 71-Jährigen, der ebenfalls in Oberursel lebt, verfolgt worden sein. Schließlich soll er mit einem Messer auf seine Ex-Frau losgegangen sein und ihr Gesicht zerschnitten haben.

Ob ein Streit voranging, ist noch unbekannt. Der Mann schwieg bislang zu den Vorwürfen, sein Opfer ist noch nicht vernommen worden.

Die Frau hatte sich nach dem Überfall zunächst in ihre nahe gelegene Wohnung geflüchtet. Sie wird derzeit stationär behandelt. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort festgenommen. Ein Bad Homburger Richter schickte ihn wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft.

Der 71-Jährige war laut Möller-Scheu auch nach dem gewaltsamen Tod seiner Schwiegermutter als erster Verdächtiger ins Visier der Fahnder geraten, habe aber für die Tatzeit ein Alibi vorlegen können. Er habe ausgesagt, beim Anwalt gewesen zu sein. Daraufhin war der Mann auf freien Fuß gesetzt worden.

Im Juli vergangenen Jahres war die 84-Jährige in der Wohnung ihrer Tochter in der Usastraße getötet worden. Sie hatte vermutlich ihrem Mörder selbst die Tür geöffnet, Einbruchsspuren gab es nicht. Die Rentnerin, die in Brasilien lebte und sich zu Besuch bei ihrer Tochter aufhielt, erlitt bei dem Überfall schwere Kopfverletzungen und Stiche in den Hals. Die Kriminalpolizei fand keinerlei Hinweise auf einen Raubüberfall.

Ein zunächst vermuteter Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall bestätigte sich nicht. In Frankfurt war kurz zuvor ein 89 Jahre alter Rentner ebenfalls mit Messerstichen getötet worden.

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