Lade Inhalte...

Oberursel Monopoly um das City Center

Das Hochhaus an der Bärenkreuzung soll erneut versteigert werden. Deshalb liegen die Sanierungspläne für das Einkaufszentrum erst einmal auf Eis. Von Anton J. Seib

20.05.2009 00:05
Anton J. Seib
Spielball der Investoren: City Center in Oberursel. Foto: FR/Schick

Der Komplex mit dem zweifelhaften Charme der Siebzigerjahre-Architektur hätte eine Runderneuerung längst nötig. An der zentralen Bärenkreuzung gelegen ragt das leicht ramponiert wirkende 12-geschossige Wohn- und Geschäftshaus in den Himmel.

55 Eigentumswohnungen beherbergt das City Center. Das Kaufhaus der Mitte hat längst die Pforten geschlossen, jetzt buhlen in den unteren drei Etagen ein Tengelmann-Markt, eine Apotheke, ein China-Restaurant, ein Solarium, eine Billardhalle und eine Tanzschule um Kunden.

Bei Zwangsversteigerung erworben

Hochfliegende Pläne, das City Center grundlegend zu sanieren, liegen auf Eis. Der Grund: Das City Center soll erneut versteigert werden. Als die Berliner Peter Thomsen Holding im Sommer 2007 bei einer Zwangsversteigerung das Haus erworben hatte, keimten Hoffnungen auf. 3,5 Millionen Euro wollte sie investieren. Inzwischen wird kolportiert, die Berliner hätten sich aus dem Projekt zurückgezogen. Anfragen der FR an die Thomsen Holding blieben bisher unbeantwortet.

Nach Informationen der FR soll Thomson das Höchstgebot für die Immobilie nicht gezahlt haben. Deswegen habe die Gläubigerbank, die Eurohypo (Eschborn), bei Gericht beantragt, den Komplex zur Wiederversteigerung freizugeben. Eine Sprecherin der Bank hat das bis zum Redaktionsschluss nicht bestätigt. Auch der Königsteiner Projektentwickler Eberhard Horn muss passen, wird er nach der Zukunft des Gebäudes gefragt. Er habe für die Gläubigerbank eine Projektstudie erarbeitet, sagt Horn. "Das Beste wäre ein Abriss", so Horn. Doch dafür müssten alle Eigentümer, auch die Wohnungseigentümer, zustimmen. Horn: "Das ist nicht aussichtslos, aber schwierig." Denn wenn Leerstände drohen, gehe das zu Lasten aller, so der Projektentwickler.

Bürgermeister fordert Klarheit

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) weiß um die schwierige Situation. "Es ist wichtig, dass wir bald Klarheit haben", sagt Brum auch mit Blick auf den Hessentag 2011. Schließlich stehe die Immobilie in exponierter Lage am Eingang zur Fußgängerzone. Die Idee des Abrisses und Neubaus der dreigeschossigen Gewerbefläche hält er für realisierbar. Benötigt würden zwei Magnete. Einer könne der Tengelmann-markt sein, den Brum unbedingt stabilisieren will. Als zweiten "Frequenzbringer " kann sich der Rathauschef ein attraktives Einzelhandelsgeschäft in den oberen Stockwerken vorstellen, "eine Art Kaufhaus", wie sich Brum audrückt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen