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Oberursel Moderne Stadtvillen statt Kloster

Die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung verkaufen ihren Grundbesitz am Waldrand von Oberursel. Von Jürgen Streicher

Aus dem Schul- und dem Stadtbild sind die Schwestern mit der Nonnentracht weitgehend verschwunden, ein Dutzend führt noch ein zurückgezogenes Leben auf dem weitläufigen Areal am Altenhöfer Weg. Die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung will nun auch ihr Kloster am Waldrand aufgeben. Nur die kleine Klosterkirche bleibt stehen, das Kloster soll abgerissen werden, auf dem Gelände werden moderne Stadtvillen geplant.

Etwa die Hälfte seines Grundbesitzes will der Orden verkaufen, die Ketteler-La Roche-Schule bleibt davon unberührt. Noch immer ist der Orden Träger der anerkannten privaten Fachschule für Sozialpädagogik und Berufsfachschule für Sozialpflege. Aus dem einstigen "Kindergärtnerinnenseminar" der Schwestern ist die inzwischen größte katholische Erzieherausbildungsstätte in Hessen mit rund 250 Lernenden und Studierenden geworden. Unterrichtet werden sie von einem ausschließlich "weltlichen" Lehrerkollegium, die letzte Ordensschwester hat 1993 die Schulleitung verlassen.

Direkt neben der Schule wird nun eine kleine Villen-Siedlung entstehen, in "hoch attraktiver Lage", wie Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) betont, zwischen Altenhöfer Weg und Herderstraße. In diesem Gebiet werden mit bis zu 1000 Euro pro Quadratmeter die höchsten Grundstückspreise in Oberursel erzielt. Die Ordensschwestern verkaufen 13 000 Quadratmeter an einen Bauunternehmer, der dort laut städtebaulicher Rahmenkonzeption in drei Reihen 15 bis zu dreigeschossige Stadtvillen mit 28 Wohneinheiten errichten darf.

Die ersten Investoren wollten noch 95 Einheiten hochziehen, nach "zähen Verhandlungen in mehreren Runden" (Brum) einigten sich Stadtplaner und Bauherren auf das aktuelle Konzept. Das "Filetstück" sollte nur "locker bebaut" werden, so Brum.

Einen Teil des Grundstücks am Altenhöfer Weg, auf dem auch die Kirche steht, wollen die verbliebenen zwölf Ordensschwestern selbst nutzen. Sie werden Wohnungen in zwei für sie errichteten Stadtvillen beziehen. Sie grenzen direkt an das Schulgelände an.

Erschlossen wird das Baugebiet "Neufeld" über die Herderstraße und über den Altenhöfer Weg. Durch das Gebiet wird eine innere Erschließungsstraße führen, wo auch die nötigen Stellplätze für Autos untergebracht werden. Das Stadtparlament wird am 14. Mai über das städtebauliche Rahmenkonzept befinden.

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