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Oberursel Mobile Häuser für Flüchtlinge

Für insgesamt 310.000 Euro werden acht mobile Wohneinheiten für Flüchtlinge als Übergangslösung auf den Rolls-Royce-Wiesen im Norden der Stadt aufgestellt.

Die alten Container an den Drei Hasen werden durch neue Bauten ersetzt. Foto: Sophie Schüler

Der Hochtaunuskreis baut bekanntlich eine neue, moderne Flüchtlingsunterkunft an den Drei Hasen. Die alten, verdreckten Container in der Karl-Hermann-Flach-Straße haben dann ausgedient. Sie werden abgerissen. Allerdings: In dem alten Containerlager lebten auch viele anerkannte Flüchtlinge, für deren Unterbringung die Stadt Oberursel Sorge zu tragen hat. Sie ziehen nicht in den schicken Neubau.

Weil es mehr Menschen sind, als man bislang in Wohnungen unterbringen kann, setzt die Stadt auf eine ungewöhnliche Lösung: Mobilheime. Für insgesamt 310 000 Euro werden acht der mobilen Wohneinheiten als Übergangslösung auf den Rolls-Royce-Wiesen im Norden der Stadt aufgestellt. Der Antrag zur Bereitstellung der Mittel durch eine Umschichtung soll dem Stadtparlament noch zur Beschlussfassung vorgelegt werden – voraussichtlich am 15. September.

Die Container ähneln den „Trailer Homes“, die in den USA weit verbreitet sind. In jeder der elf Meter langen und drei Meter breiten Einheiten sollen nach den Plänen der Stadt bis zu vier Menschen unterkommen. Es gibt einen Schlafbereich, eine Art Wohnzimmer, Bad, WC und Küche. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) schätzt an den Mobilheimen vor allem, dass sie ohne bürokratischen Aufwand in Betrieb zu nehmen sind.

„Es sind keine großen Planungs- und Genehmigungsverfahren notwendig, die mehr als ein halbes Jahr dauern würden“, sagt er. Die Nutzung der Wiesen erlaubt der Flugmotorenbauer Rolls-Royce als deren Eigentümer. Lediglich für Strom- und Wasseranschlüsse an den Unterkünften müsse gesorgt werden. Überdies würden die Investitionen der Stadt in vier bis fünf Jahren durch die Miete wieder eingespielt, fügt Brum hinzu. In aller Regel sind die anerkannten Flüchtlinge Leistungsbezieher nach dem Sozialgesetzbuch II. Ihre Miete übernimmt der Staat.

Die Heime sollen eine Lücke schließen

Die Mobilheime könnten, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, anders genutzt oder auch veräußert werden. Die Heime sollen eine Lücke schließen. Von bisher 148 anerkannten Flüchtlingen in Oberursel konnten nach Angaben der Stadtverwaltung bisher an 102 Mietwohnungen vermittelt werden. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Anerkennungen noch steigen wird.

„Daher ergeht unser Appell an Eigentümer, wenigstens zeitweise zu vermieten“, wiederholt Brum seine Bitte. Es sei eigentlich „eine Schande“, wenn Wohnraum ganz ohne Not leer stünde.

„Eigentum verpflichtet.“ Das gelte nicht nur mit Blick auf Flüchtlinge, sondern auch für viele junge Menschen, die sich derzeit schwer täten, eine bezahlbare Wohnung in Oberursel zu finden, so Brum.

Ein Dorn im Auge ist Brum und wohl vielen Bürgern in dem Zusammenhang, dass die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung modernen Wohnraum im Altenhöfer Weg brach liegen lassen. Der Mainzer Orden hatte vor bald sechs Jahren Wohnungen für seine Schwestern errichten lassen. So lange schon beherbergen die beiden viergeschossigen Gebäude nichts als gute Taunusluft, es zog nie jemand ein. Hoffnung macht laut Brum, dass das Bistum jetzt in Verhandlungen mit dem Orden steht. Bei einer Übernahme sei eine sinnvolle Nutzung der Häuser denkbar.

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